Mein
 

Pfullendorf Wassertum: Bürger sorgen sich wegen neuem Vodafone-Funkmasten

Weil auf dem Wasserturm ein zusätzlicher Sendemast errichtet werden soll, befürchten Anwohner eine deutlich höhere Strahlenbelastung. Die Gebäude, auf denen die derzeitigen Sendemasten stehen, sollen abgerissen werden. Der neue Bauantrag wurde von Vodafone bereits eingereicht, ob er genehmigt wird ist noch offen.

Auf dem Wasserturm befindet sich seit 1994 ein Sendemast und nun plant der Mobilfunkanbieter Vodafone dort eine weitere Antenne zu installieren beziehungsweise sich an der Wasserturm-Anlage anzudocken, wie Amtsleiter Josef Waldschütz gegenüber dem SÜDKURIER bestätigte. Mehrere Anwohner befürchten, dass sich damit auch die Strahlenbelastung erheblich erhöht und die gesundheitlichen Risiken steigen. Vodafone hatte bislang auf dem Gebäude der ehemaligen Ziegelei Ott sowie seit 2003 auf dem ZG-Raiffeisengebäude einen Sendemast. Beide Gebäude wurden im Jahr 2014 von der Stadt gekauft und sollen abgerissen werden und die Pachtverträge für beide Sendemasten laufen zum Jahresende aus.

Und beim Geländekauf wurde mit den Vorbesitzern vereinbart, dass diese die Verträge mit den Mobilfunkanbietern kündigen. Schon vor einem Jahr ist Vodafone auf der Suche nach Alternativstandorten an die Stadt herangetreten, wie Waldschütz erklärt. Fündig wurde der Mobilfunkanbieter bei der Baufirma Matthias Strobel auf deren Firmengelände in Gaisweiler, wo ein 35 Meter hoher Mast gebaut werden soll. „Der Bauantrag ist eingereicht, es läuft die Anhörung und es wird bald eine Entscheidung geben“, erläutert der Bauamtsleiter den Sachstand. Nach Angaben des Unternehmens reiche dieser neue Mast für eine optimale Versorgung nicht aus und deshalb soll die ZG-Antenne auf den Wasserturm verlagert werden. Seitens der Pfullendorfer Baurechtsbehörde wird dieser Antrag nur nach baurechtlichen Kriterien bezüglich der Genehmigungsfähigkeit geprüft. Die Einhaltung von Grenzwerten bei der Strahlung spielt bei der Antragsentscheidung keine Rolle.

In der Gesetzgebung würden solche Pläne mittlerweile als privilegierte Bauvorhaben eingestuft. Bei der Suche müssen von den kommunalen Gremien festgelegte Vorgaben berücksichtigt werden, so soll die Nähe zu Schulen oder Kindergärten vermieden und die Antennen auf hohen Gebäuden errichtet werden. Dass sich Anwohner des Wasserturms Sorgen wegen der zusätzlichen Antenne machen, ist Amtsleiter Waldschütz neu, denn bislang sind bei ihm keine entsprechenden Anfragen eingegangen. Nach seinen Angaben ist auch noch nicht bekannt, wann Vodafone die neue Anlage aufbauen will.
 

Das sagt das Gesetz

Im Juni 2013 verabschiedete der Bundestag die 26. Novellierung der Verordnung für elektromagnetische Felder und das telekommunikationsrechtliche Nachweisverfahren, die Regelungen zum Schutz und zur Vorsorge vor möglichen Gesundheitsrisiken durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder beinhaltet und Grenzwerte definiert. Die Einhaltung obliegt den Betreibern der Mobilfunkbasisstationen.

Entdecken Sie die Heimat rund um Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein mit SÜDKURIER Inspirationen!
Hallo Frühling – Neue Produkte bei SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Pfullendorf
Pfullendorf
Pfullendorf
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren