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Freiburg/Pfullendorf Von der Sonne versorgt

Bürgermeister, Wirtschaftsförderer und Kunden sind der Einladung der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch gefolgt, sich der „Solar-Tour“ nach Freiburg anzuschließen. Erhard Schulz von der „innovation academy“ führte die Gruppe aus dem Linzgau durch den Freiburger Stadtteil Vauban – ein Vorzeigeviertel in Sachen Niedrig- und Passivenergiebauweise.

Die Photovoltaikmodule auf dem Dach des drehbaren Heliotrops produzieren mehr Energie als das Gebäude benötigt, erfuhren die Besucher aus dem Linzgau beim Besuch in Freiburg.
Die Photovoltaikmodule auf dem Dach des drehbaren Heliotrops produzieren mehr Energie als das Gebäude benötigt, erfuhren die Besucher aus dem Linzgau beim Besuch in Freiburg.

Freiburg/Pfullendorf – „Wir beschäftigen uns schon lange mit den Themen Photovoltaik und energetische Sanierung, haben dazu auch schon viele Vortragsreihen angeboten“, sagte Bernd Ruther, Regionaldirektor der Sparkasse in Pfullendorf. „Mit dieser Fahrt in die Solarregion Freiburg wollten wir mal etwas ganz Besonderes anbieten.“

Mit 1710 Sonnenstunden lag die Solarregion Freiburg 2008 über dem deutschen Durchschnitt. Und selbst im Herbst bringt es die Stadt im Dreiländereck Deutschland-Schweiz-Frankreich laut Pressemitteilung auf bis zu 20 Grad. Beste Vorzeichen also, die Sonne als Energielieferant zu nutzen. Politisch gewollt und getragen durch unzählige Initiativen entwickelte sich die 220 000 Einwohner zählende südlichste Großstadt Deutschlands so in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Musterbeispiel dafür, was den Einsatz erneuerbarer Energien betrifft.

„Es bleibt uns in einigen Jahren gar nichts anderes übrig, als auf diese erneuerbare Energiequellen zu setzen, weil sie umweltverträglich sind und keine radioaktiven Abfälle produzieren“, betonte Erhard Schulz, der sich als Naturwissenschaftler und erklärter Atomkraftgegner seit mehr als 30 Jahren mit dieser Thematik aktiv beschäftigt. Als Schulz 1976 die erste Solarmesse in Freiburg gründete, war ein Heliotrop, zu dem der Referent die Gäste aus dem Linzgau gleich zu Beginn der „Tour de Solar“ führte, freilich noch mehr als Zukunftsmusik. Die Photovoltaikmodule auf dem Dach dieses drehbaren Plusenergiehauses produzieren mehr Energie als das Gebäude benötigt. Die passive Solarenergie wird durch das Drehen des Hauses mit der Sonne optimal genutzt.

Unterhalb des Heliotrops reihen sich Niedrig- und Passivhäuser an Plusenergiehäuser. „Tag für Tag sparen sie Energie und entlasten die Bewohner von steigenden Energiepreisen für fossile Energieträger“, erklärte Schulz. Der Solarsiedlung schließt sich das so genannte Sonnenschiff an. Es ist das weltweit erste Dienstleistungszentrum in hocheffizienter energiesparender Bauweise des Solararchitekten Rolf Disch. In dem Gebäude mit Supermärkten, Bäckerei und zahlreichen Büros werden aktuelle Techniken wie Dreifachverglasung, Vakuumpaneele oder Wärmerückgewinnung verwendet.

Herzstück Vaubans ist ein ehemaliges Kasernenareal, das seit den 1990er Jahren in einen neuen Stadtteil mit besonderer Lebensqualität umgewandelt wurde. Der international bekannte Stadtteil ist ein Beispiel für nachhaltige Siedlungsplanung. Produziert werden Solarmodule und Solarzellen natürlich auch in Freiburg. Schulz führte durch die erste von vier Solar-Fabriken in Freiburg.

„Es ist enorm, hier in Freiburg stimmt einfach das Gesamtkonzept“, zeigte sich der neue Wirtschaftsförderer der Stadt Pfullendorf, Tobias Wedi, beeindruckt. Wedi ist sich, wie Bernd Ruther, sicher, „dass dies der Weg ist, den man gehen muss“. „Wir haben viele Anregungen mitgenommen, die man auch umsetzen kann“, sagte Ruther.

Musik in den Ohren von Erhard Schulz. „Man sollte bestrebt sein, persönliches Geld in solche Projekte zu investieren“, forderte der Referent und riet seinen Besuchern „nicht zu warten, bis der Staat was tut“. Die Kommunen seien in diesem Zusammenhang viel wichtiger als Landes- oder Bundesregierung. Die Solarregion Freiburg sei ein leuchtendes Beispiel dafür.

Informationen im Internet:

www.innovation-academy.de

www.sparkasse-pm.de

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