Pfullendorf-Brunnhausen (hps) Zwei Tage ist am Wochenende die Pferdesportanlage im Stadtteil Brunnhausen im Zeichen des Reitsports gestanden. Zur 39. Pferdeleistungsschau kamen allerdings wegen des schlechten Wetters weniger Starter als angemeldet. Das Turnier war in diesem Jahr von der Landeskommission zur Entnahme von Dopingproben ausgesucht worden. Ebenso wie die Pferdekontrollen durch den Tierarzt eine Routinemaßnahme. Sportliche Höhepunkte waren das L-Springen mit Stechen und die L-Dressur, auf Kandare geritten.
Für die Pferdegesundheit war der Meßkircher Veterinär Dr. Hermann Kettenacker verantwortlich, zusammen mit dem Chef der Turnierrichterriege, Falk Ingo Kettlitz. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER stellte er den Reitern in Pfullendorf ein sehr gutes Zeugnis aus. Die Pferdekontrollen hätten keinerlei Beanstandungen erbracht. Natürlich lag am Sonntagabend beim Ende des Turniers noch kein Ergebnis der beiden Dopingkontrollen vor. Doch auch in diesen Fällen geht der Tiermediziner davon aus, dass es zu keinen Beanstandungen kommen wird.
Wozu gibt es eigentlich Dopingkontrollen bei einem ländlichen Reitturnier, bei dem es keine großen Summen zu gewinnen gibt? Diese Frage beantwortete Christian Abel, Geschäftsführer der Landeskommision (LK) und damit oberster Repräsentant der Deutschen Reiterlichen Vereinigung in Baden-Württemberg: „Es geht bei diesen Tests nicht unbedingt darum, leistungssteigernde Substanzen nachzuweisen.“ Es gebe in der Pferdemedizin eine ganze Reihe von Medikamenten, die während des Turniers nicht eingesetzt werden dürfen. Der Reiter-Funktionär: „Das sind beispielsweise entzündungshemmende Mittel. Die können bei älteren und leicht verbrauchten Pferden eingesetzt werden, damit sie beim Landen nach dem Sprung über ein Hindernis keine Schmerzen spüren.“
Landesweit scheinen sich die allermeisten Turnierreiter an diese Vorschriften zu halten. Wie Abel berichtet, sind landesweit in diesem Jahr bei sechs Pferden, die im Rahmen von 150 Dopingkontrollen getestet wurden, solche Substanzen nachgewiesen worden. Abel: „Das sind genau sechs Fälle zu viel!“ Die betroffenen Reiter und Pferdebesitzer müssen mit Sperren rechnen. Die sechs Fälle wurden nach Auskunft des LK-Chefs bei zwei großen und vier kleineren Turnieren wie in Pfullendorf ermittelt. Der Reitverein Pfullendorf sei wie die anderen Turnierveranstalter nach dem Zufallsprinzip für die Dopingkontrollen ausgewählt worden.
Die Organisatoren des Turniers um den Vorsitzenden des Reitvereins Pfullendorf Rudolf Barthels hatten sich vor allem am Samstag mit einem ganz anderen und für den Moment viel dringlicheren Problem zu beschäftigen. Der Regen drohte dem Turnier einen Strich durch die Rechnung zu machen. Barthels: „Wir mussten am Samstagmorgen mit einem Vakuumfass aus der Landwirtschaft rund 40 Kubikmeter Wasser von unserem Dressurplatz holen.“ Auf dem Springplatz hätten sich die vor Jahren ausgeführten Sanierungsmaßnahmen bestens bewährt. Der Vorsitzende: „Der Boden war trotz des Dauerregens hervorragend.“ Die gute Qualität des Pfullendorfer Reituntergrunds hätte aber zahlreiche Reiter nicht bewegen können, trotz des schlechten Wetters zu kommen. Mögliche Probleme ergäben sich auf dem Abreiteplatz, wo die Pferde auf ihre Starts in der Dressur oder im Springen warm geritten werden.