Die kalte Jahreszeit bringt kürzere Tage, Nebel, Frost, Eis und Schnee mit sich. Um von diesen Wettersituationen nicht überrascht zu werden, sollten Autofahrer ihre Fahrzeuge rechtzeitig winterfit machen. Dazu sagt Edwin Dobler, Pressesprecher der Polizeidirektion Sigmaringen: Die Straßenverkehrsordnung schreibe pauschal vor, dass die Ausrüstung des Fahrzeugs an die Wetterverhältnisse anzupassen sei. Das bedeute die Verwendung geeigneter Bereifung und Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage. Es gibt also keine generelle, sondern ein situationsbezogene Winterreifenpflicht. „Geeignet“ seien alle Reifen, die mit „M+S“ oder mit dem Schneeflockensymbol gekennzeichnet sind, desgleichen Ganzjahresreifen und auch „Off-road-Reifen“.
Als gesichert gilt, dass Winterreifen in der kalten Jahreszeit deutlich bessere Brems- und Fahreigenschaften aufweisen als Sommerreifen. Der Fahrer sei dafür verantwortlich, dass seine Sicht nicht durch vereiste Scheiben beeinträchtig sei. Ein freigekratztes Guckloch in der Windschutzscheibe sei nicht ausreichend. Lkw-Fahrer müssen dafür Sorge tragen, dass Eisplatten auf der Plane oder auf dem Dach des Führerhauses sich nicht während der Fahrt lösen und nachfolgende Autofahrer gefährden.
Wichtig ist auch das angepasste Fahrverhalten. Wer unbeschadet durch den Winter kommen will, muss sein Fahrverhalten den Straßen- und Witte-rungsverhältnissen anpassen. Das bedeutet eine noch defensivere Fahrweise als bei trockenen Straßen. Besondere Vorsicht sei geboten, wenn die Fahrt über Brücken, durch Wälder oder entlang von Gewässern führt. Auch bei sonst trockener Fahrbahn und Temperaturen über dem Gefrierpunkt kann auf den genannten Streckenabschnitten unerwartet Glatteis auftreten.
Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) ist mit über 18 Millionen Mitgliedern Deutschlands größter Automobilclub. Er bietet auf seiner Internetseite Tipps und eine Checkliste, um das Fahrzeug winterfit zu machen. Viele Kraftfahrzeug-Werkstätten bieten ihren Kunden einen „Winter-Check“ an. Für die Winterreifen gilt eine gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Der ADAC empfiehlt sogar eine Profiltiefe von mindestens vier Millimetern. Diese Empfehlung gibt auch Kraftfahrzeug-Techniker-Meister Steffen Nipp (26 Jahre) von „Autotechnik und Reifenservice Hubert Schneider“ in Herdwangen. „Unter vier Millimeter Profiltiefe bringt der Winterreifen nicht mehr viel.“ Zudem sollten Reifen nicht älter als zehn Jahre sein. Winterreifen sollten rechtzeitig geprüft und bestellt werden. Bei in der Werkstatt eingelagerten Winterreifen, werde das Profil bereits im Sommer kontrolliert. Ein Radwechsel vor dem ersten Wintereinbruch vermeidet Wartezeiten bei Werkstätten und Reifendiensten. „Sobald der erste Schnee gemeldet ist, kommen die Kunden. Dann geht es richtig rund“, betätigt Nipp.
Eine Situation wie im vergangenen Jahr, dass gewisse Größen an Winterreifen rasch ausverkauft seien, sei nicht zu befürchten, so Nipp. Zudem müsse die Beleuchtungsanlage verlässlich sein. Ob alle Leuchtmittel funktionieren, könne selbst kontrolliert werden. KfZ- Werkstätten, TÜV- und DEKRA-Stationen bieten vom 1. bis 31. Oktober einen kostenlosen Licht-Test im Rahmen der Aktion „Licht-Test 2012“ an. Ältere Autobatterien versagen gerne bei Frost, deshalb sollte die Batterie geprüft werden. Frostschutz im Kühlsystem und Scheibenwaschanlage sind unabdingbar. Scheibenwischerblätter sollten ausgetauscht werden, sobald sich auf der Scheibe Schlieren bilden oder das Wischergebnis nicht mehr optimal ist. Für die Dichtungen an Türen und Heckklappen gibt es Pflegestifte, die ein Zufrieren verhindern. Für Notfälle sollte ein Enteisungsspray für Türschlösser griffbereit in Hand- oder Jackentasche, bereitgehalten werden.
Es empfiehlt sich, im Winter neben einem Eiskratzer und einem Schneebesen für Notfälle auch eine warme Decke im Auto mitzuführen. Auf die Frage, ob er einen heißen Winter-Tipp für die Autofahrer habe, schmunzelt Steffen Nipp: „Vorsichtig fahren!“
