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Pfullendorf Start für das Projekt „Windkraft Pfullendorf“

Die Firma Escad und die Stadt gründen eine gemeinsame Gesellschaft für die Errichtung eines Windparks.

Der 47-jährige Bernd Rath, Geschäftsführer bei Escad.
Der 47-jährige Bernd Rath, Geschäftsführer bei Escad. | Bild: firma

„Gemeinsam mit der Stadt sind wir derzeit in der Gründungsphase der Projektentwicklungsgesellschaft `Windkraft Pfullendorf“, bestätigt Bernd Rath, bei der Firma Escad für die Geschäftsentwicklung verantwortlich, im Gespräch mit dem SÜDKURIER, dass die Umsetzung der Windkraftpläne für die Region begonnen hat. „Wir wollen ein regionales Projekt für unsere Kommunen und unsere Bürger und damit die Wertschöpfung in der Region halten“, formuliert der 47-Jährige die klare Zielsetzung des Gemeinschaftsprojektes von Stadt und dem Hightech-Unternehmen, das im vergangenen Jahr für rund zwei Millionen Euro ein Fotovoltaik-Zentrum am Standort Pfullendorf eröffnete.

„Die Nutzung der Windkraft erhielt 2011 durch den politisch motivierten Atomausstieg und die notwendige Kompensation der fehlenden Strommenge durch erneuerbare Energien eine neue Dynamik“, erläutert Rath, der seit vier Jahren bei Escad arbeitet und seit 1. Januar 2012 als Geschäftsführer von Escad Energy agiert. Der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben forcierte die Debatte durch die Vorlage eines Windatlas beziehungsweise Ausweisung von geeigneten Flächen. Begünstigt wird zunehmende Windnutzung durch technische Fortschritte beim Windanlagenbau. Die neuen Anlagen haben eine Nabenhöhe von bis zu 145 Metern, was eine Gesamthöhe von bis zu 200 Metern bedeutet. „Dank dieser Anlagen ist ein Betrieb auch in windschwächeren Lagen wirtschaftlich“, erläutert Rath, dass die Region Pfullendorf mit 5,6 bis 5,8 Metern Windgeschwindigkeit je Sekunde im „grenzwertigen“ Bereich liege.

Als günstiger Standort wurde das Denkinger Gewann „Malaienwald“ vom Regionalverband ausgewiesen. In zwei Bürgerversammlungen informierten Verbandsdirektor Winfried Franke und die Stadtverwaltung in den vergangenen Monaten über die möglichen Umsetzungspotentiale, wobei die Denkinger Bürgerschaft großen Wert auf die Ausweisung eines einzigen Windparkstandortes legte. Damit soll eine „Verspargelung“ der Landschaft verhindert werden.

Um herauszufinden, ob sich der Betrieb von Windrädern überhaupt lohnt, führt die „Projektentwicklungsgesellschaft Windkraft Pfullendorf“ im „Malaienweld“ bald Windmessungen durch. Dafür wird ein 120 Meter hoher Stahlgerüstturm errichtet, der mit drei Ankerseilen gesichert ist. Im Februar 2012 soll der Turm schon aufgestellt und mit den Messungen begonnen werden. „Nach einigen Monaten können wir uns dann schon ein Bild über die Windsituation machen“, ergänzt der Geschäftsführer von Escad-Energy, dass bei erfolgversprechenden Messungen für die gesamte Region ein Messkonzept erstellt werden soll. Dazu würden dann auf bestehende Anlagen wie Funktürmen und auf dem Boden entsprechende Windmessgeräte installiert. Sollte tatsächlich ausreichend Wind wehen, ist für Bernd Rath am Standort „Malaienwald“ ein Windpark mit acht bis zehn großen Anlagen der neuen Generation durchaus vorstellbar. „Wir wollen die Bürger frühzeitig informieren und bei der Projektumsetzung dann beteiligen“, macht der Projektentwickler mehrfach deutlich. Je Anlage müsse man mit mindestens drei Millionen Euro Kosten rechnen, wobei die Finanzierung mit einem Eigenkapitalanteil von 20 bis 30 Prozent durchaus machbar wäre. Durch die Gründung einer „Bürgergesellschaft“ könnte man die Menschen an der Finanzierung und damit am Projekt beteiligen. „Der Eigenkapital wäre steuer-und machbar“, ist Rath überzeugt. Bei einer optimalen Entwicklung könnten sich dann in drei bis vier Jahren die ersten Räder des „Windparks Pfullendorf“ drehen.


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