Pfullendorf So erreicht uns unser Trinkwasser
Eine alte Erkenntnis: »Das Beste aber ist das Wasser«. Bild: Johanson
Dass er seit über 20 Jahren beruflich mit Wasser zu tun hat, ist Harald Volk anzumerken. Nicht etwa, dass er des Wassers überdrüssig wäre. Im Gegenteil. Wenn er von dem wertvollen Lebensmittel spricht, gerät er geradezu ins Schwärmen. Was in Pfullendorf aus dem Wasserhahn kommt, hat Top-Qualität und da beißt die Maus keinen Faden ab. „Ich trinke jeden Tag drei Liter. Unser Trinkwasser hat Mineralwasserqualität“, betont Volk. Der optimale Durstlöscher ist „ursprünglich rein“, wird nicht nachträglich gechlort oder entsäuert und enthält eine Vielzahl an Mineralien und Spurenelementen.
Bei den Stadtwerken ist Harald Volk als „Abteilungsleiter Netzbetrieb Wasser“ angestellt, das heißt, er leitet das Wasserwerk. Zum Personal gehören noch die beiden Fachkräfte für Wasserversorgungstechnik Matthias Schimers und Andreas Sugg. Das Wasserwerk hat im Jahr 2010 rund 800?000 Kubikmeter Wasser gefördert. Das Büro des Wassermeisters ist zwar im Gebäude in der Bahnhofstraße untergebracht, doch die eigentliche Zentrale des Wasserwerks mit Leitstelle, Rechenzentrum, Werkstatt und Lager befindet sich im Wasserturm. Dieser ist gleichzeitig „Hochbehälter Tiefzone“ und versorgt die untere Stadthälfte wie Theuerbach, Goldäcker, Überlinger Straße usw. mit Frischwasser. In zwei Kammern lagern hier 1000 Kubikmeter Wasser. Übrigens maximal 24 Stunden, denn bei längerer Verweilzeit im Hochbehälter würde eine Verkeimung drohen und man müsste dem Wasser Chlor zusetzen.
Doch im gesamten Versorgungsgebiet werden keine Aufbereitungsstoffe oder Desinfektionsverfahren verwendet. Während beispielsweise einem Teil des Singener Wassers Mangan entzogen wird, ist dies in Pfullendorf aufgrund anderer geologischer Bodenbeschaffenheit nicht nötig. Das Institut Fresenius kontrolliert das Wasser regelmäßig. „Bei rund 700 Untersuchungen im Jahr gab es bisher noch nie Beanstandungen“, sagt Volk. Bei dem Pfullendorfer Wasser handelt es sich durchweg um Grundwasser, das aus den unterirdischen Brunnen Andelsbach und Brunnhausen aus 40 bis 60 Meter Tiefe in die Hochbehälter gefördert wird. Neben dem Wasserturm gibt es für Pfullendorf noch den Hochbehälter Berghölzle. Er befindet sich am Jakobsweg in Richtung Großstadelhofen und hat eine Speicherkapazität von 3000 Kubikmetern. Unter anderem Neidlingstraße, Hohkreuzerlänge, Langäcker und Berghof werden von hier aus „beliefert“.
Im städtischen Versorgungsgebiet existieren rund 3100 Hausanschlüsse. Ein Pfullendorfer verbraucht pro Tag durchschnittlich 125 Liter Wasser, davon gehen über 90 Prozent für Duschen, WC-Spülung, Waschmaschine und ähnliches drauf. Die Deutschen gelten übrigens als recht sparsam, was den Wasserverbrauch betrifft. In den USA liegt der Tagesverbrauch pro Einwohner bei rund 295 Litern.
Eine genaue Analyse der Mineral- und sonstigen Inhaltsstoffe kann unter www.pfullendorf.de/stadtwerke abgerufen werden.
So erreicht uns unser Trinkwasser