Eine Reportage über das Cro-Konzert in Ravensburg wäre cool. Ein Bericht über die Schüler, die bei „Jugend trainiert für Olympia“ mitmachen oder über die Bewerbung der 7c bei der KiKa-Wissens-Show. An Ideen mangelt es den Nachwuchsjournalisten am Staufer-Gymnasium nicht. Den engagierten Redakteuren der „Staufer World“ ist anzumerken, dass sie mit Spaß bei der Sache sind.
Die Zeiten, in denen Schülerzeitungen am Kopierer vervielfältigt und in der Pause verteilt wurden, sind lange vorbei. Steinzeit. Die Blätter haben sich mit den Medien weiterentwickelt und muten immer professioneller an. Das Staufer-Gymnasium hat seine Printausgabe komplett abgeschafft und ist seit Mai 2012 nur noch online zu lesen. Seither wurden die Seiten zur Freude der Macher rund 11 000-mal angeklickt. Der Tagebuch-Blog von Celia Wenzler, die zur Berufsorientierung (Bogy) gerade in den USA ist, gehört zu den „Top-Views“.
Der Abschied von Papier hat sich gelohnt, wie die positiven Facebook-Kommentare zeigen. Die gedruckte Fassung kam nur einmal jährlich zum Schuljahresende heraus und war natürlich nie so aktuell. Jetzt können die Macher laufend neue Artikel und Updates einstellen. Das Themenspektrum ist breit. So hat Simone Braunwarth kürzlich „Eine Woche ohne technische Geräte“ durchgezogen und berichtet von ihrem Leben ohne Handy, mp3-Player und Haarglätter. Auch Lehrerinterviews kommen gut an. „Von der letzten gedruckten Ausgabe mit einer Auflage von rund 120 haben wir keine 40 Stück verkauft“, erinnert sich der betreuende Lehrer Daniel Antunovic.
„Das war enttäuschend. Es musste etwas geschehen.“ Weil das Internet für die Jugend von heute ein täglicher Begleiter ist, lag es nahe, mit der Zeitung online zu gehen. Über wordpress.com stehen kostenfrei drei Gigabyte Webspace zur Verfügung. Jeder, der konstant mitmischen will, erhält eine eigene Zugangsberechtigung. Antunovic konfiguriert die Texte und schaltet sie frei. Demnächst lernen die Schüler den Umgang mit der digitalen Spiegelreflexkamera und die Bildbearbeitungen kennen.
Über einen Zuwachs an Werbepartnern würde sich die Redaktion freuen. „Bisher haben wir nur einen, die Tanzschule Päsler in Überlingen. Mit deren Hilfe haben wir unser Sommergewinnspiel finanziert. Wir wollen uns demnächst verstärkt auf Sponsorensuche begeben“, so der Lehrer. Ein weiterer Vorteil des Internet: „Früher kostete die Zeitung 1 Euro, jetzt kann man sie umsonst lesen“, sagt Fabian Abanto, der gerade auf einem Konzert der Punkrock-Band Donots in Lindau war und darüber berichtet. Sein bevorzugtes Metier: Musik. Feste Ressorts als solche gibt es nicht. „Wir treffen uns alle zwei Wochen zur Redaktionskonferenz und besprechen die Themen“, erklärt die 13-jährige Anna, die später gerne mal in der Medienwelt arbeiten will und schon jetzt als Schreibtalent gehandelt wird.
