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Pfullendorf Pfullendorferin absolviert Studium an London Film School

Barbara Diril ist Absolventin der London Film School. Dort hat sie ein Masterstudium im Filmemachen absolviert. Jetzt will sie einen Dokumentarfilm drehen.

Geschafft! Nach drei Jahren hält Barbara Diril sie endlich in den Händen – die Abschlussurkunde der London Film School. Dort hat sie ein Masterstudium im Filmemachen absolviert. „Diese offizielle Abschlusszeremonie ist das Ende meiner drei Jahre in London und der Beginn einer aufregenden neuen Reise“, sagt die Pfullendorferin. Und diese aufregende neue Reise beginnt mit einem Dokumentarfilm, den sie drehen möchte. Einen Titel hat sie schon: „Between The Rivers“, auf Deutsch „Zwischen den Flüssen“. Um was geht es darin? „

„Mit dieser Dokumentation möchte ich das Problem der knappen Wasserressourcen thematisieren, womit wir weltweit zu kämpfen haben“, sagt die 28-Jährige. Ihren Fokus will sie dabei auf Mesopotamien legen, dem Land zwischen den Flüssen. Die antike Kulturlandschaft in Vorderasien, die durch die zwei Flüsse Euphrat und Tigris geprägt wird, werde auch als „Die Wiege der Zivilisation“ bezeichnet. In dem einst fruchtbaren Land soll sich der echte Garten Eden befunden haben. „Es waren die Einheimischen, die Sumerer, die Akkadier, die Babylonier und die Assyrer, die das städtische und kulturelle Leben entwickelten und von wo aus sich die zivilisierte Menschheit ausbreitete“, erzählt sie. Doch aufgrund von geringem Niederschlag, verursacht durch den Klimawandel und dem Missbrauch von Wasserressourcen, sei das Ökosystem und das fruchtbare Land, das über Jahrtausende hinweg existiert habe, von Menschenhand zerstört worden.

„Warum zerstören Menschen etwas, das ihnen vor so langer Zeit gegeben wurde?“, fragt sich Diril. „Ich glaube, die Antwort ist, weil sie entweder nicht realisieren wie bedrohlich es ist, wenn Flüsse austrocknen und weil viele nicht wissen, wie stark unsere Wasserressourcen aufgebraucht werden.“

Mit ihrem Film möchte sie die Menschen wachrütteln, damit sie sich dieser Problematik künftig bewusster sind. „Die Wasserressourcen auf der Erde sind unausgewogen. Wasser gibt es nicht immer dort, wo es gebraucht wird. Das ist die große Bedrohung, mit der wir zu kämpfen haben.“ Daher sei es wichtig, dieses kostbare Gut niemals als selbstverständlich zu betrachten, sondern sich verpflichtet zu fühlen, die wertvollste Ressource auf diesem Planeten mit einer nachhaltigeren Lebensweise zu bewahren. Drehen möchte sie unter anderem im Irak und in der Türkei. „Ich war bisher noch nie in diesen Ländern und möchte den Film zu einer Reise machen, auf der das Publikum und ich Orte entdecken können, die wir zuvor noch nie gesehen haben“, so Diril. „Außerdem möchte ich die wunderschöne, aber auch bedrohte Tierwelt und das Sumpfland vorstellen.“

„Between The Rivers“ soll den Zuschauern ein Thema näher bringen, über das sie vorher vielleicht noch nicht allzu oft nachgedacht haben. Die Dokumentation soll lehrreich, unterhaltsam, aber auch inspirierend sein.

„Aufgrund meiner einzigartigen Herkunft glaube ich, die beste Person zu sein, um diesen Film zu machen“, sagt die Pfullendorferin. „Ich bin in Deutschland geboren, doch meine Eltern sind Assyrer.“ Für die Pfullendorferin ist es nicht der erste Film. Mit dem Mutter-Tochter-Drama „The Violin Teacher“ hat sie bereits einen Kurzfilm im Kasten.

Bis „Between The Rivers“ im Kasten ist, dauert es jedoch noch eine Weile. Derzeit befindet sich Diril in der Recherchephase. Um die Produktion finanzieren zu können, hofft sie auf die Unterstützung verschiedener Filmförderer. Ihr Ziel ist es, den Film bei internationalen Filmfestivals einzureichen und dadurch einen Verleiher zu finden. Und wenn sie damit Erfolg hat, so hofft sie, wird ihre Dokumentation vielleicht sogar eines Tages im Fernsehen ausgestrahlt.

 

Von Pfullendorf nach London

Barbara Diril ist 28 Jahre alt und in Pfullendorf aufgewachsen. Ihre assyrische Familie ist in den achtziger Jahren in die Linzgaustadt gezogen. Nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau absolvierte sie ein Marketingpraktikum in San Francisco, wo sie auch Film und TV an der Academy of Art University studierte. Für ihr anschließendes Masterstudium im Filmemachen an der London Film School, produzierte sie den Kurzfilm „The Violin Teacher“. Jetzt möchte sie den Dokumentarfilm „Between The Rivers“ drehen.

Ihr Heimatland Mesopotamien wird auch Zweistromland genannt und bezeichnet die vom Armenischen Hochland bis zum Persischen Golf sich erstreckende Landschaft um die Flüsse Euphrat und Tigris. Der Hauptteil gehört heute zum Irak, der Norden und Nordwesten zur Türkei und zu Syrien.

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