„Der Holsteiner Pferdezuchtverband mit Sitz in Kiel hat das Fohlenchampionat für den Bereich der auswärtigen Züchter im oberen Linzgau erneut nach Brunnhausen vergeben“, freut sich Heinrich Joos namens der Züchter in der Region rund um Pfullendorf. Am morgigen Mittwoch, 22. August, werden ab 8 Uhr auf dem Gelände des Reitvereins Pfullendorf die schönsten Holsteiner Fohlen des Jahrgangs 2012 vorgestellt und prämiert.
Eine stattliche Anzahl von etwa 40 kleinen Holsteinern, die im Linzgau und auch über die Grenzen hinaus geboren wurden, werden in Brunnhausen erwartet. Die ersten Tiere erblickten schon Anfang März das Licht der Welt, während die letzten Nachzügler erst wenige Tage vor dem Championat geboren wurden. „Hier werden wieder einige sehr hoch interessante Fohlen mit dabei sein die das begehrte Holsteiner Brandzeichen bekommen“, erläutert Joos gegenüber dem SÜDKURIER. Das Holsteiner Pferd hat aufgrund seiner weltweiten Sporterfolge Anhänger rund um den Erdball und vielleicht ist ja morgen in Brunnhausen ein künftiger Olympiasieger zu sehen.
Ob das Brennen der jungen Pferde in Zukunft noch erlaubt sein wird, entscheidet sich bekanntlich demnächst im Bundesrat. Bundesagrarministerin Ilse Aigner will den so genannten „Schenkelbrandes“ verbieten. Gegen diese Initiative wollen Züchter wie Markus und Leonhard Dietz aus Illmensee oder die Zuchtgemeinschaft Joos aus Pfullendorf kämpfen. „Wir fordern den Erhalt des Markenzeichens Holsteiner“, macht Heinrich Joos deutlich.
„Es gibt eine ganze Reihe von Züchtern im Land, die gegen das Verbot durch die Instanzen bis nach Karlsruhe klagen werden“, kündigte auch Thomas Nissen, Zuchtleiter des Holsteiner-Verbandes in Elmshorn, an.
Seiner Meinung nach ist das eine rein politische, emotionale Entscheidung, die mit Tierschutz nichts zu tun habe, empörte sich Nissen gegenüber Medienvertretern. Der Datenchip, der das Brandzeichen ablösen soll, sei nach seiner Überzeugung keine Alternative für einen Markt, der zu großen Teilen vom Export lebe. „Der kann unleserlich gemacht, unter Umständen sogar verändert werden“, kritisiert der Experte. Ein edler Holsteiner, der einen unleserlichen Datenchip im Hals trägt, wäre damit ein „No-Name-Pferd“. Dagegen sei das Brandzeichen „absolut fälschungssicher“ und habe sich in den vergangenen Jahrzehnten bewährt.
Der Erhalt dieser besonderen Marke „Holstein“ ist auch nach Auffassung des Pfullendorfer Züchters für den künftigen Erfolg der Pferdezucht unerlässlich. Gegen das geplante Verbot des „Brennens“ sprechen sich auch Prominente wie Außenminister Guido Westerwelle aus.
