„Erzbischof Dr. Robert Zollitsch hat den Verzicht von Pfarrer Albert Eckstein auf die Pfarreien der Seelsorgeeinheit Oberer Linzgau aus gesundheitlichen Gründen zum 3. November angenommen“, informierte gestern Dekan Christoph Neubrand in einer Pressemitteilung. Der beliebte Stadtpfarrer, der vor sechs Jahren die Nachfolge von Pfarrer Claudius Stoffel antrat, wird nach Angaben des Dekans nun Hausgeistlicher des Exerzitienhauses auf dem Lindenberg und dort die Männerwallfahrt geistlich begleiten. Die Stelle des Seelsorgeleiters werde in den nächsten Tagen ausgeschrieben und hoffentlich sehr früh im Jahr 2013 besetzt, hofft der Vorgesetzte Neubrand. In den kommenden Monaten wird die Kirchengemeinde St. Jakobus seelsorgerisch von Pater Joseph, einem indischen Mitbruder, betreut, der für unbestimmte Zeit in Pfullendorf bleiben wird. Ihren Dienst am 1. September hat schon Pastoralreferentin Judith Kah aufgenommen, die die Nachfolge von Frank Scheiffers antritt. Dieser hat vor einigen Tagen seine neue Stelle als Dekanatsreferent in Sigmaringen angetreten. Mit dem krankheitsbedingten Weggang von Albert Eckstein verliert die Seelsorgeeinheit binnen weniger Monate ihr langjähriges Führungsduo.
Der beliebte Stadtpfarrer hatte in den vergangenen Wochen offen über seine Herzerkrankung gesprochen, die ihn nun zum Verzicht auf sein Amt zwang. Er leide an einer seltenen Erkrankung, verursacht durch eine Herzwandverdickung, die aber in seiner 1000-Seelen-zählenden Heimatgemeinde häufiger auftrete. Der 54-Jährige hatte gehofft, dass die medikamentöse Behandlung positiv anschlägt und seinen Arbeitseinsatz auch entsprechend reduziert. Die Diözese stellte ihm nacheinander zwei Pfarrvikare für mehrere Wochen als Hilfe an die Seite.
Unterstützt wurden die Seelsorger auch durch die pensionierten Pfarrer Wilhelm Weßbecher, Felix Kreuzberger, Josef Stüble sowie Gemeindereferent Konrad Krämer sowie dem gesamten Seelsorgeteam.
„Wir haben es geahnt, aber jetzt sind wir einfach nur traurig“, ist Pfarramtssekretärin Angelika Kaluza die Traurigkeit anzumerken. Das Seelsorgeteam verliere nicht nur einen hervorragenden Seelsorger, sondern auch „einen tollen Chef.“ Auch der Gesangverein Pfullendorf, bei denen Albert Eckstein mitmachte, muss bald ohne den begeisterten Sänger auskommen. Der scheidende Pfarrer ging gestern einer seiner liebsten Pflichten nach – dem Regionsunterricht in der Schule. Noch ist unklar, wann er die Gemeinde, die er sechs Jahre betreut, verlassen wird.
Übergangsweise wird der 44-jährige Pater Joseph aus dem südindischen Bundesstaat Kerala die Pfarrgemeinde betreuen. „Ich bin am 20. August nach einem einjährigen Aufenthalt in meinem Heimatland wieder nach Deutschland zurück gekehrt, wo schon vor drei Wochen die Anfrage wegen der Aushilfe in Pfullendorf vorlag“, erzählt der sympathische klingende Pater am Telefon. „Das mache ich gerne“, lautete seine kurze, positive Antwort an die Verantwortlichen der Diözese. Er war in Deutschland schon in mehreren Pfarreien eingesetzt und gehört in Kerala der Gemeinde des Heiligen Thomas an, jenem Apostel, der die Heilige Schrift auf den indischen Subkontinent gebracht haben soll.
