Pfullendorf Oldtimerfans strahlen vor Glück
Morgens gegen 9 Uhr schüttete es noch „wie aus Kübeln“. Doch als Andreas Kees den Motor seines Käfers abstellte, da kamen die ersten Sonnenstrahlen. Und tagsüber wurden das noch deutlich mehr. Für den Vorsitzenden der Oldtimerfreunde Linzgau war das wirklich eine Erleichterung. Kees zum SÜDKURIER: „Das Regenwetter war fast wie die Ankündigung eines Getriebeschadens.“ Aber der blieb aus. Trotz aller Unkenrufe und der wenig erfreulichen Wettervorhersage kamen rund 180 von 400 eingeladenen Fahrern von Traktoren, Autos und Motorrädern. Die hatten alle das gleiche Merkmal: Der Begriff „neu“ trifft auf sie schon lange nicht mehr zu. Obgleich man zugeben muss: Was da auf der großen Wiese beim Seepark-West stand, das sah teilweise aus, wie „frisch aus der Fabrik“. Woran das liegt? Wer so ein Fahrzeug hat, der liebt es. Und das bedeutet nicht nur Kampf dem Rost, sondern auch ganz viel Arbeit.
Viel Arbeit hatten sich auch die Mitglieder der Oldtimerfreunde gemacht. Mit leckerem Saumagen und Kassler aus Egg und den tollen Torten aus den Küchen der Vereinsfrauen wurden die Besucher bestens bewirtet. Und mancher blieb da etwas länger, als geplant. Denn hier konnte man sich toll über ein Thema unterhalten, was die Welt auf vier (oder zwei) Rädern bewegt. Und die Fahrer der „Oldies“ gaben auch bereitwillig Auskunft. Und ein stolzer Blick gehörte da auch dazu, wenn ein Besucher sein großes Lob aussprach.
Die Schulband der Realschule und die „Line-Dancer“ aus Hattenweiler sorgten für Unterhaltung – und die schmucken Fahrzeuge für große Anziehungskraft. Ein Schlepper-Fahrer war extra aus der Schweiz angereist. Um 6 Uhr in der Frühe war er losgefahren, um rechtzeitig zum Mittagessen in Pfullendorf zu sein. Andere kamen vom Bodensee oder aus dem Allgäu. Was fast komplett fehlte, das waren die Cabrios. „Das lag am Wetter“, sagt Oldtimer-Chef Kees. Na ja, wenn das Verdeck nicht dicht ist, dann kann so eine Regenfahrt ganz nett ungemütlich werden. Aber: Die Schlepperfahrer ließen sich vom Wetter nicht abhalten. Und das, obwohl kaum eines der alten Dieselrösser über eine Kabine verfügte – von Klimaanlage und GPS ganz abgesehen. Echt hart diese Burschen.
Autos, die älter sind als 20 Jahre, kann man als „Oldtimer“ bezeichnen. Was mit einem „H“-Kennzeichen fahren will, dass mindestens fünf Jahre mehr auf dem Buckel haben. Die „Ghias“ kennen viele Leute noch aus ihrer Jugend und dass ein Opel GT auch ein Oldtimer ist, das kann man kaum glauben. Das gilt übrigens auch für die Preise. Wer daran denkt, sich selbst so einen Oldie zuzulegen, der muss schon tief in die Tasche greifen. Denn alte Fahrzeuge sind mittlerweile zur Geldanlage geworden. Wohl dem, der noch ein altes Teil im Schuppen hat.
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