Pfullendorf12.11.2008
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New Orleans auf ein paar Quadratmetern [0]
Steve „Big Man“ Clayton, der Bielefelder Schlagzeuger David Herzel und die Texanerin Katie Baloun boten ein Konzert der Extraklasse.
Unter dem Motto „Rendez-vous in Blues“ hieß es im proppevollen Gewölbesaal des Felsenkellers wieder einmal Bühne frei für Blues, Boogie-Woogie und Rock'n'Roll. Ein musikalisches Rendez-vous, das es in sich hatte. Schließlich waren drei erstklassige Musiker am Werk. Den Auftakt machte der „Birminghamer Pfullendorfer“ Steve „Big Man“ Clayton mit flottem Boogie-Woogie-Sound. Seinem Aufruf „ Ich brauche Verstärkung“ folgten kurze Zeit später der Bielefelder Schlagzeuger David Herzel und die gebürtige Texanerin Katie Baloun. Die in Ohio aufgewachsene und seit 14 Jahren in Berlin lebende Musikerin „bewaffnete“ sich mit einem Taillengürtel. Alle darin geparkten neun Mundharmonikas brachte sie neben ihrer voluminösen Stimme im Laufe des Abends zum Einsatz. Von Anfang an war das Konzert gleichzeitig eine Show, die mit viel Witz und liebevoller Ironie gewürzt war. So durften alle Anwesenden an privaten Anekdoten und Ereignissen, auch über Steves verstorbenen Kater, teilhaben. Das Trio, das tags zuvor einen Auftritt in der Schweiz hatte, wirkte locker und frisch. Spielfreude, Spontanität, sprühende Energie, gute Laune und vor allen Dingen die natürliche und ehrliche Art, die das Trio an den Tag legte, waren das Erfolgsrezept. Jeder Einzelne spielte sich auf seine Art und Weise in die Herzen des Publikums, und so war es nicht verwunderlich, dass die Stimmung von Song zu Song besser wurde. Waren die Zuhörer anfänglich etwas zurückhaltend, sah man zunehmend immer mehr mit Fuß, Hand und Kopf wippende Fans in den einzelnen Sitzreihen, die von nun an taktunterstützend das Konzert verfolgten. Spätestens nachdem sich David Herzel mit einem originellen Drumsolo von seinem Sonor-Set aus bis in die Mitte des Saales vortrommelte und alles, was ihm dabei in den Weg kam, mit seinen Stöcken bearbeitete, löste eine regelrechte Begeisterungswelle aus. Alle drei Musiker erweckten den Eindruck, als würden sie seit Jahren nichts anderes tun, als gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Obwohl sie nur selten in dieser Formation auftreten, waren sie perfekt aufeinander abgestimmt. Und wer den „King of Barrelhouse Piano“, Steve Clayton, kennt, der weiß, dass der Spaßfaktor dabei nicht zu kurz kommt. Mit Dynamik, Seele und einer unglaublichen Schnelligkeit und Fingerfertigkeit bearbeitete er die schwarz-weißen Tasten seines E-Pianos und war stets drauf und dran, seine Kollegen auf Hochtouren zu treiben. Mit „Georgia on my mind“ wurde etwas Tempo herausgenommen, doch nicht lange, denn bereits mit „Blue Berry Hill“ wurde der Fuß wieder auf das Gaspedal gesetzt. Ein Musikmix, der beim Publikum bestens ankam. Schließlich wurde es selbst gefordert und kam beim „Felsenkeller-Blues“ zu seinem lautstarken Einsatz. Nach einer kleinen Verschnaufpause setzte das Trio in der zweiten Runde dort an, wo es aufgehört hatte: Party pur. Es passte einfach alles. Geniales Ambiente mit toller Stimmung und absolut gute Akustik. Dies bestätigte nach dem Konzert im Gespräch mit dem SÜDKURIER auch Schlagzeuger David Herzel, der seine Schlagfelle während des gesamten Gigs – ohne Mikrofone – nur mit Besen und teilweise bloßen Händen bearbeitete. Die funkelnden Augen verrieten nach der letzten lautstark geforderten Zugabe die Zufriedenheit der Zuhörer. Chris Herrmann Weitere Artikel zu: Kultur, |








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