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27.09.2012  |  von Siegfried Volk  |  0 Kommentare

Pfullendorf Musik für ein Kinderprojekt

Pfullendorf -  Die Realschule organisiert ein Benefizkonzert für eine Brass-Band aus Rumänien. Die sieben bis 18-jährigen Musiker wohnen, lernen und leben teilweise in einem Kinderheim, da sie auch benachteiligten Familien stammen.

In der rumänischen Brass Band „Fanfara Rotaria“ spielen Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 18 Jahren, die musikalisch begabt sind, aber aus benachteiligten Familien kommen. Sie treten am 22. Oktober in der Stadthalle auf.  Bild: ulmer

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Autor
Siegfried Volk
Redakteur / Lokalredaktion Pfullendorf

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Wer am Montag, 22. Oktober, um die Mittagszeit nichts vorhat und ein besonderes musikalisches Erlebnis live erleben möchte – der sollte um 11.30 Uhr in der Stadthalle sein. Dort ist die Brass Band „Fanfara Rotaria“ aus der rumänischen Stadt Vaslui zu hören. Kräftig rührt Realschullehrerin Angelika von Hochmeister im Gespräch mit dem SÜDKURIER die Werbetrommel für ein ungewöhnliches Konzert, das von der Realschule organisiert wird. Die Musiker sind zwischen sieben und 18 Jahre alt, stammen aus benachteiligten Familien oder wurden vernachlässigt und haben eines gemeinsam – sie sind musikalisch hochbegabt. Diesen Kindern eine Chance zu geben war und ist das Ziel von Romeo Talmaciu, der in der 70 000 Einwohner zählenden Stadt südlich der Karpaten das Projekt „Palatul Copiilon“ gründete, was auf deutsch „Kinderpalast“ bedeutet. Durch musikalische Aktivitäten sollen die Mädchen und Jungen Halt und eine Perspektive bekommen. Etliche Kinder lernen nicht nur in dem Heim, sondern leben auch dort, weil sie keine Familie mehr haben oder total vernachlässigt wurden.

„Die Musiker spielen ohne Noten“, schwärmt Lehrerin von Hochmeister über den schnellen Balkan-Rhythmus, den die Blechbläserband spielt. Die Lehrerin hörte die Gruppe vor einem Jahr bei einem Auftritt im Rahmen eines EU-Projektes in Balingen und kam mit dem Leiter ins Gespräch. Dieser klagte über den stetigen Geldmangel für den „Kinderpalast“. Schnell war die Idee geboren, den Rumänen zu helfen und durch ein Benefizkonzert in Pfullendorf Geld in die Kasse zu bringen.

„Das ist auch eine tolle Gelegenheit unseren Schülern die Musik einer anderen Kultur näher zu bringen“, ist der Lehrerin für Biologie, Deutsch und Englisch auch der pädagogische Gewinn für die heimischen Jugendlichen wichtig.

Rektorin Gabriele Fischer informierte auch die übrigen Pfullendorfer Schulen und deshalb dürfen sich die Fünft- und Sechsklässler des Gymnasiums und der Werkrealschule am 22. Oktober während ihrer fünften und sechsten Stunde dieses besondere Konzert anhören. „Aber wir würden uns riesig freuen, wenn trotz der ungünstigen Uhrzeit auch sonstige Interessierte kommen“, hofft Angelika von Hochmeister auf viele Besucher und damit Spenden. Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber für den „Kinderpalast“ ist jeder Euro wichtig.

Im Anschluss bitten die Kochgruppen der siebten Klassen der Realschule die rumänischen Musiker zu Mittag, für die sie eigens gekocht haben. Dann geht es für die Kinder und Jugendlichen aus Osteuropa auf die 2000 Kilometer lange Rückfahrt mit dem Bus nach Vaslui. Angelika von Hochmeister kennt die Distanzen zwischen Pfullendorf und ihrem Geburtsland Rumänien. Sie wurde im früheren Hermannstadt geboren und lebt seit 1982 in Deutschland. Weil ihr Abschlusszeugnis nicht anerkannt wurde, musste sie einen einjährigen „Sonderlehrgang zur Erlangung der allgemeinen Hochschulreife“ absolvieren, und hatte dann auch das deutsche Abitur geschafft.

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