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Pfullendorf Kreishandwerkerschaft Sigmaringen: Handwerk hat volle Auftragsbücher, aber wenig Nachwuchs

Die Kreishandwerkerschaft Sigmaringen hat ihre Hauptversammlung abgehalten. Klar wurde: Experten prognostizieren glänzende Aussichten für die Handwerker. Die Suche nach Nachwuchs wird jedoch immer schwieriger.

Es war eine Hauptversammlung der Kreishandwerkerschaft, die ein hoffnungsvolles wie auch nachdenkliches Bild abzeichnete. "Das Handwerk in der Region kann sich über einen Auftragsmangel nicht beklagen", war das Resümee des Vorsitzenden Siegmund Bauknecht. Und die Zukunft wird laut der Prognose von Wilfried Franke, dem Verbandsdirektor des Regionalverbands, weiterhin gute Aussichten aufweisen. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Und diesen sieht der Vorsitzende der Kreishandwerkerschaft im Nachwuchsbereich. Da ist zum einen die Kleinklassenregelung mit Mindestzahlen von 16 Schülern ein wachsendes Problem. Nicht in allen Innungen sind die Mindestzahlen für den Kreis erreichbar. So müssen zum Beispiel die Auszubildenden in der Fleischer-Innung nun für ihren Unterricht bis nach Biberach fahren.

Hier versprach Landrätin Stefanie Bürkle ihre Unterstützung: "Wir versuchen, ein guter Partner für das Handwerk zu sein." Ein weiteres Problem sieht Siegmund Bauknecht zum anderen darin, dass eine große Zahl der Jugendlichen einen akademischen Abschluss anstrebt, und angesichts 1000 fehlender Lehrerstellen Engpässe drohen. "Was nützen uns volle Auftragsbücher, wenn wir zu wenig qualifizierte Mitarbeiter haben?", stellte er die Frage in den Raum, und endete seinen Vortrag mit den Worten: "Das Handwerk muss dies schaffen, wird das schaffen." Als weiterer Gastredner versuchte Wilfried Franke, die Zukunftsaussichten der Region auszuleuchten. Unterstützt durch ein immenses Zahlenwerk prognostizierte er weitere Zuwächse. "Ich sehe gute Chancen für den Landkreis Sigmaringen und ihnen werden die Aufträge nicht so schnell ausgehen", sagte Franke.

Unter anderem begründete er sein Urteil mit dem nach wie vor steigenden Bedarf an Flächen für Industrie und Gewerbe. Geeignete Flächen zu generieren, ist Franke zufolge jedoch eine Herausforderung. Die Tatsache, dass niemand Gewerbe in seiner Nähe haben wolle, sei nur eine Schwierigkeit. Der Erwerb von Flächen sei ein anderes Problem.

Das Dilemma: Die Landwirte wollen laut Franke ihre Flächen nicht verkaufen. Ihnen gehe es nicht um Geld, sondern um geeignete Anbauflächen. Auch sieht Wilfried Franke, dass es kommunale Standorte nicht mehr geben wird. Benötigt würden vielmehr Standorte mit Anbindungen an Schiene und Straße. Und auch die Glasfaserverkabelung müsse vorhanden sein. Hierbei könne der Landkreis Sigmaringen überproportional profitieren. Denn die anderen Standorte könnten den Bedarf nicht vollständig abdecken. Im nichtöffentlichen Teil der Mitgliederversammlung wurde die Führungsspitze für drei Jahre neu gewählt. Dabei wurde Siegmund Bauknecht als Vorsitzender genauso wiedergewählt wie sein Stellvertreter Lothar Maier. Daniela Baisch aus der Zimmerer-Innung und Klaus Strobel aus der Elektro-Innung wurden neu für den Vorstand bestimmt, während Wolfgang Lieb und Rolf Pfänder für weitere drei Jahre in ihrem Amt bestätigt wurden. Anschließend wurden die ausscheidenden Vorstandsmitglieder und langjährigen Mitglieder geehrt.

Kreishandwerkerschaft

Vorsitzender der Kreishandwerkerschaft Sigmaringen ist Siegmund Bauknecht, Geschäftsführer ist Karl Griener. 539 Mitgliedsbetriebe (überwiegend im Landkreis Sigmaringen) sind in 15 Innungen gesammelt. Die mitgliederstärksten Innungen: Kraftfahrzeug 99, Schreinerei 61, Sanitär 56, Bau 46, Elektro 44, Metall 43, Friseur 42, Maler 29 und Zimmerer 27. Weitere sind: Raumausstatter 19, Fleischer 16, Steinmetz 16, Bäcker 15, Stuckateur 14 und Konditor sechs. Weitere Informationen im Internet: www.handwerk-sig.de

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