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Pfullendorf Gewaltverbrechen: Polizei sucht dringend weitere Zeugen

27.07.2012
Pfullendorf -  Bei einem würdigen Trauergottesdienst nahmen die Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und viele Bürger Abschied von Lilly B., die Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

In der Jakobuskirche fand die Trauerfeier am Donnerstag statt.  Bild: Volk

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„Wir suchen dringend mehrere Personen, die sich am 15. Juli im Bereich der Sportanlagen und der Joggingstrecke Fuchshalde aufgehalten haben“, appelliert Edwin Dobler, Sprecher der Polizeidirektion Sigmaringen, an mehrere Zeugen, die sich bislang noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, mit den Behörden in Kontakt zu treten. Befragungen durch die 30-köpfige Sonderkommission „Stadion“ in den zwei Wochen hätten ergeben, dass an dem Sonntag weitere Leute in dem Areal unterwegs waren. Ihre Angaben würden dringend benötigt, um andere Aussagen in Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod der 64-jährigen Lilly B. zu überprüfen beziehungsweise zu bestätigen.

Gestern Nachmittag fand in der Stadtkirche die Trauerfeier für Lilly B. statt, im Anschluss wurde die Urne auf dem Friedhof im Familien- und Freundeskreis beigesetzt. Viele Bekannte, Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen und Nachbarn erwiesen der Verstorbenen die letzte Ehre. Von einer „unfassbaren und sinnlosen Tat“, die Entsetzen, Fassungslosigkeit, Wut, Trauer aber auch Furcht und Angst ausgelöst habe, sprach Gemeindereferent Konrad Krämer, der die würdige Feier zelebrierte. Als lebensfrohe und kommunikationsfreudige Frau charakterisierte Krämer die Verstorbene, die gerne mit Menschen zusammen war und ihre Hobbies wie Schwimmen und Jogging pflegte.

In seiner Ansprache skizzierte Krämer die Lebens- und Arbeitsbiografie von Lilly B., die einem Mord zum Opfer gefallen sei. „Wer ist zu einer solchen Tat fähig?“, fragte er und kritisierte in diesem Zusammenhang die „Regenbogenpresse“, die auf Sensation aus sei und keinen Respekt vor echter Trauer habe.

Immer wieder wandte er sich an die Angehörigen und besonders ihren Ehemann, mit dem sie am 7. August ihren 41. Hochzeitstag hätte feiern können. Sein Blumenherz mit roten Rosen und der Inschrift „In Liebe – Dein Gerd“ stand neben der Urne und einem Bild der Verstorbenen. Nach dem Gottesdienst nahmen die Trauergäste leise Abschied und viele begleiteten die Familie zum Friedhof, wo die Urne beigesetzt wurde.

Nachdem die Stadt Pfullendorf am Mittwoch eine so genannte Allgemeinverfügung erlassen hatte, in der Medienvertretern Film- und Tonaufnahmen in der Kirche sowie auf dem Friedhof für mehrere Stunden verboten wurden, sorgten gestern Nachmittag mehrere Polizeibeamte in Zivil rund um die Kirche diskret für die Einhaltung des Erlasses. Die Behörden wollten angesichts des Medienrummels in den vergangenen Wochen mögliche Auswüchse oder Eskalationen verhindern.

Nicht nur Polizeisprecher Edwin Dobler hofft, dass der Täter bald gefasst wird. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung“, wiederholte er gestern auf Anfrage des SÜDKURIER und hofft, dass sich die dringend gesuchten Zeugen möglichst schnell melden.

Zeugen sollten sich unter Tel.: 07571/104481 melden.

Mehr zum Thema: Der Fall Lilly B.
Der Fall Lilly Bauer

Am Sonntag, 15. Juli, wurde die 64-jährige Lilly B. tot im Unterholz an einer beliebten Joggingstrecke nahe dem Pfullendorfer Stadion gefunden. Halten Sie sich im SÜDKURIER-Themenpaket auf dem Laufenden.

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