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Pfullendorf Gewaltverbrechen: Ehemann in U-Haft

31.07.2012
Pfullendorf -  Seit Samstag sitzt der 68-jährige Ehemann der getöteten Lilly B. in Untersuchungshaft. Bei einer Hausdurchsuchung und intensiven Befragungen hätten sich Verdachtsmomente ergeben, die der Mann nicht habe ausräumen können.

Am Urnengrab der Verstorbenen liegt noch das rote Blumenherz mit einer Schleife ihres Ehemanns.  Bild: volk

Mit diesem schwarzes Trekkingrad war der Ehemann nach eigenen Angaben am 15. Juli auf einer Radtour unterwegs. Auf dem Gepäckträger ist eine schwarz-graue Satteltasche angebracht.  Bild: polizei

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Der 68-jährige Ehemann der am 15. Juli getöteten Lilly B. sitzt seit dem vergangenen Samstag in Untersuchungshaft. In einer gemeinsamen Pressemitteilung informierten die Polizeidirektion Sigmaringen und die Staatsanwaltschaft Hechingen gestern die Öffentlichkeit über die überraschende Inhaftierung des Mannes. Bei Befragungen hätten sich nach Angaben der Polizei Verdachtsmomente gegen ihn ergeben. Im Anschluss war am Freitag die eheliche Wohnung durchsucht worden. „Nachdem die Verdachtsmomente gegen ihn nicht ausgeräumt werden konnten, wurde er am Samstag dem Haftrichter vorgeführt, welcher ihn in Untersuchungshaft nahm“, erklären die Ermittler.

Seit dem gewaltsamen Tod der 64-Jährigen im Gewann „Fuchshalde“ ermittelt die Sonderkommission „Stadion“ auf Hochtouren. Die Frau verließ nach den bisherigen Ermittlungen am Sonntagmorgen zwischen 9.15 und 9.30 Uhr die eheliche Wohnung und begab sich zum Joggen in die „Fuchshalde“. Dort wurde sie während ihrer normalerweise ein- bis eineinhalbstündigen Joggingrunde Opfer eines Gewaltverbrechens. Der 68-jährige Ehemann will am Morgen des 15. Juli auf einer Radtour im südlichen Kreisgebiet unterwegs gewesen sein, gibt die Polizei dessen Aussage wider.

Dabei hat er seinen Angaben zufolge ein Radshirt mit roten Farbanteilen getragen. Zumindest zeitweise trug er darüber eine rote Windjacke. Weiter war er mit einem hellen Radhelm und einer über das Knie reichenden, dunklen Fahrradhose bekleidet. Bei dem von ihm benutzten Fahrrad handelt es sich um ein schwarzes Trekkingrad. Das obere Rahmenrohr verläuft schräg nach unten zum Sitzrohr. Auf dem Gepäckträger ist eine schwarz-graue Satteltasche angebracht.

Die Festnahme des 68-Jährigen erfolgte nur zwei Tage nach der Urnenbeisetzung von Lilly B. Bei der Trauerfeier in der St. Jakobuskirche verfolgte er in der ersten Bankreihe sitzend die Zeremonie gefasst und ging als Erster an die Urne, um diese mit Weihwasser zu bespritzen. Mit der linken Hand stützte er sich beim Herausgehen zwar etwas auf, verharrte aber ruhig und stellte sich anschließend ins linke Seitenschiff. Dort nutzten viele Trauergäste die Gelegenheit und trösteten den Witwer. Auffallend viele Männer umarmten den Trauernden, klopften ihm auf die Schulter und sprachen ihm Mut zu. Diese Gesten waren sicher auch als Unterstützung im Kampf gegen wabernde Gerüchte gedacht. Gemeinderereferent Konrad Krämer hatte in seiner Traueransprache die nach Sensationen gierende „Regenbogenpresse“ kritisiert, die keine echte Trauer respektiere. Er hatte den Lebensweg von Lilly B. skizziert, und mehrfach die fast 41 Jahre währende Ehe erwähnt, die von Respekt und Toleranz geprägt worden sei. So gehörte der gemeinsame Spaziergang fast zum Alltag, ebenso wie mancher getrennte Urlaub.

Auch in der gestrigen Presseerklärung machte die Polizei keine Angaben über den möglichen Tathergang oder die Tatwaffe. Eine ungewöhnliche Informationspolitik der Behörden, die in den vergangenen damit begründet wurde, man wolle dem Täter keinen Wissensvorsprung ermöglichen. Nun versucht die Sonderkommission „Stadion“ die Tagesabläufe des Ehepaares am Wochenende vom Samstag, 14. Juli, und Sonntag, 15. Juli, detailliert zu rekonstruieren. „Wer hat die Beiden an diesen Tagen gesehen?“, erhoffen sich die Ermittler konkrete Hinweise auf die Aufenthaltsorte von Lilly und Gerd B. an diesen Tagen oder die Radtour des Inhaftierten.

Mehr zum Thema: Der Fall Lilly B.
Der Fall Lilly Bauer

Am Sonntag, 15. Juli, wurde die 64-jährige Lilly B. tot im Unterholz an einer beliebten Joggingstrecke nahe dem Pfullendorfer Stadion gefunden. Halten Sie sich im SÜDKURIER-Themenpaket auf dem Laufenden.

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