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Pfullendorf Gegen die Kälte hilft nur spielen, spielen, spielen

11.02.2012
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Kleiderschichten unterm Häs wärmen die Narren. Eisige Temperaturen bei Umzug lieber als Regen

– Die Fasnet ist bunt und sie ist fröhlich. In diesem Jahr wird sie vermutlich aber vor allem eins: nämlich extrem kalt. Schon jetzt spricht Roland Roth von der Wetterwarte in Bad Schussenried von einem „Rekordmonat Februar“. War der Januar des noch jungen Jahres deutlich zu warm, läuft der Februar allen seinen Vorgängern seit 1980 bei der Durchschnittstemperatur deutlich den Rang ab. Tiefsttemperaturen im zweistelligen Bereich waren in den vergangenen 14 Tagen eher die Regel, und das wird sich vermutlich bis zum Schmotzigen Dunschtig auch nicht wesentlich ändern. Pfullendorfer Fasnet im Eisschrank – hätten die Narren nicht schon längst ihr Motto für die diesjährige Fasnet gefunden, so könnte es in diesem Jahr womöglich lauten: Pfullendorf am Nordpol – noch nie war es bei der Fasnet so warm.

Warm halten müssen sich auf jeden Fall alle, die in diesem Jahr Fasnet feiern. Das weiß auch Stegstrecker Narrenmutter Heinz Kühnlenz, der auf die Erfahrung seiner Narren hinweist:

„80 Prozent der Narren laufen ja im Häs, die haben kein Problem mit der Kälte.“ Denn sie könnten unter ihrem Häs ja soviel anziehen, wie sie wollten. Und ihr Gesicht sei schließlich mit der Larve oder Maske geschützt.

Kühnlenz: „Ich als Narrenmutter ziehe ein paar Pullis an, lange Unterhosen und Kniestrümpfe, unterm Rock wird's halt schon „schattig“. Natürlich würden die Finger und Nasen kalt. „Ich rauche dann halt – auch als Narrenmutter – meine Pfeife, die mir die Nase warm hält“, erklärt Kühnlenz. Für den Umzug am Sonntag in Sigmaringen hat sich die Narrenmutter von den Trachtenfrauen eine Stola ausgeliehen. „Die soll mir den Rücken wärmen“, schmunzelt er. Ansonsten sei die Kälte nicht das Schlimmste für einen Narren. „Natürlich sind Sonnenschein und wenig Wind und nur ein bissle Kälte die idealen Voraussetzungen, schlimmer ist es aber, wenn es regnet.“

Auch Michael Reichle, Präsident der Wasserspucker, wappnet sich gegen die eisigen Kältegrade: „Ich ziehe zwei lange Unterhosen an, drei Paar Socken und oben vier Schichten, das heißt Funktionsunterwäsche, zwei Pullis und darüber die Weste und Jacke.“ Bei den Wasserspuckern könne er im Übrigen feststellen, dass sie bei dieser Kälte ihre Larven viel früher aufsetzten, und auch viel länger anbehielten, als sonst üblich.

„Wesentlich größere Probleme mit den eisigen Temperaturen haben die Musiker der Spielmannszüge. Johannes Persterer ist der Mann mit der Pauke im Spielmannszug Herbertingen. „Das Gesicht und die Hände sind bei uns das Hauptproblem“, meint er. Ansonsten könnten sich die Musiker ja auch in mehreren Schichten anziehen und sich dadurch der Kälte erwehren. Aber, wenn sie nicht aufpassen, kann den Bläsern zum Beispiel der Speichel gefrieren. Dann frören ihnen womöglich die Instrumente ein. „Deshalb gibt es bei diesen Temperaturen nur eins: spielen, spielen, spielen! Oder das Instrument immer schnell einpacken und warm halten, wenn wir nicht spielen.“ Einen kleine Trick verrät der Mann mit der Pauke aber noch zum Schluss im SÜDKURIER-Gespräch: „Wir haben alle Fußwärmer unter den Socken, die halten uns die Füße warm. Einige haben auch Handwärmer in der Tasche.“

Scheinbar ohne Chance sind die Gardefreuen und -mädchen, die sich im kurzen Rock kaum gegen das Bad in der Kälte zur Wehr setzen können. Doch Susanne Büschel vom Narrenverein Ilmensee winkt ab: „Wir Mädels tragen alle viele Schichten. Das geht los mit drei oder vier Strumpfhosen, mehreren Paaren Socken, Unterwäsche, T-Shirt und Jacken.“ Außerdem seien sie ja mehr in Räumen als draußen unterwegs.“ Spätestens am Mittag lögen wir alle unser Häs ab!“

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