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Pfullendorf Geburtenabteilung am Krankenhaus Pfullendorf geschlossen

Die Freude über den putzmunteren Jakob, der am 27. Dezember in der Geburtenabteilung des Pfullendorfer Krankenhaus als „letztes“ Kind das Licht der Welt erblickte war bei Mutter Anja, Vater Robert und Bruder Noah sehr groß. Der Familie aus Judentenberg gratulierte auch Bürgermeister Thomas Kugler am Silvestermorgen, wobei bei ihm auch Wehmut über die Schließung der Abteilung zu spüren war.

Am 27.Dezember erblickte Jakob Herrmann als letztes Baby in der Geburtenabteilung des Pfullendorfer Krankenhauses das Licht der Welt. Mutter Anja, Vater Robert und Bruder Noah erhielten am Silvestertag noch Besuch von Bürgermeister Thomas Kugler sowie OP-Schwester Andrea Hasselberg, Anna Auer und Hebamme Ruth Waldvogel.
Am 27.Dezember erblickte Jakob Herrmann als letztes Baby in der Geburtenabteilung des Pfullendorfer Krankenhauses das Licht der Welt. Mutter Anja, Vater Robert und Bruder Noah erhielten am Silvestertag noch Besuch von Bürgermeister Thomas Kugler sowie OP-Schwester Andrea Hasselberg, Anna Auer und Hebamme Ruth Waldvogel.

Betroffen von der Schließung sind 21 Beschäftigte, darunter viele, deren jahrzehntelanges Engagement der Abteilung einen hervorragenden Ruf sicherte. „Auf dieses Team waren wir immer stolz“, erklärte Dr. Jobst Florus, der seit 1984 etlichen tausend Babys auf die Welt geholfen hat, wobei die Geburtenzahlen im Klinikum Pfullendorf seit Jahren von den einstigen Höchstständen von300 weit entfernt sind. Im Jahr 2011 waren es 200 Geburten, wobei Florus überzeugt ist, dass durch die vor Monaten beschlossene Schließung der Abteilung 20 bis 30 werdende Mütter den Weg nach Pfullendorf nicht gefunden haben. Er lobte die Stadt und Kliniken GmbH ausdrücklich für die stets hochmoderne Ausstattung sowie das qualifizierte Personal, das man der Geburtenabteilung zur Verfügung stellte. Kritisch äußerte er sich über die Ökonomisierung der Medizin, bei der wirtschaftliches Denken über dem menschlichen Handeln stehe. „Vielleicht werden wir das einmal bereuen“, mutmaßte er an Bürgermeister Kugler gewandt, ob man mit der Aufgabe der Geburtenabteilung womöglich voreilig gehandelt habe.

Harsche Kritik übte er namens einer mittlerweile an einem anderen Krankenhaus beschäftigten Schwester an der personellen Umsetzung der Schließung, die er als „Mobbing von oben“ bezeichnete. „Wir hätten gerne weitergemacht“, hofft Rathauschef Kugler, dass die Entbindungsabteilung wieder reaktiviert werden kann. „Sie haben noch Träume“, widersprach ihm Dr. Alexander Huenges, der vor 20 Jahren die Frauenarztpraxis von Dr. Marquart übernommen hatte. Mit dem Weggang von Dr. Christoph Miltenberger sei auch die Operationsbereitschaft weggefallen und damit konnten die medizinischen Vorgaben einer Geburtenabteilung nicht mehr erfüllt werden. „Die Geburtshilfe ist das Herzstück eines Krankenhauses“, war auch Ruth Waldvogel die Traurigkeit über das „Ende einer Ära“ anzumerken. Sie war mehr als drei Jahrzehnte als Hebamme tätig war und half vielen tausend Babies auf die Welt. Auf die Frage, was mit den nun nicht mehr benötigten Räumlichkeiten geschieht, gab es keine konkrete Antwort, aber die Ärzte machten deutlich, dass ihre Gerätschaften im Krankenhaus Pfullendorf bleiben.

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