„Klasse, Aach-Linz macht eine Veranstaltung“, freute sich Schriftstellerin Gaby Hauptmann auf die Lesung aus ihrem neuesten Roman „Liebesnöter“. Die Autorin war vom stimmungsvollen Ambiente der Kulturbühne von „Martin's Lädele“ in Aach-Linz sehr angetan. Diese sei „super gemütlich und sehr ansprechend, man sollte es in ‚Landlust' umtaufen“, sagte sie.
70 Zuhörer machten sich mit Gaby Hauptmann in „Liebesnöter“ mit der Hauptdarstellerin „Ella“ auf die Suche nach „Moritz“. Zur Geschichte: Bei einer Vernissage glaubt „Ella“, „Moritz'“ auf einem Portrait zu erkennen. Die Erinnerungen und Geschehnisse stürmen wieder auf „Ella“ ein und lassen sie nicht mehr los. Denn vierzehn Jahre davor endete die Abiturfeier von Ella und ihrer Zwillingsschwester Inka grauenvoll: Inka verlor in dieser Nacht ihr Leben. „Moritz“ ist seitdem verschwunden. Ella macht sich auf den Weg nach Stockholm, um die Künstlerin und „Moritz“ zu finden. „Lesen Sie das Buch bitte von vorne, von mir bekommen sie nur Bruchstücke“, betonte Gaby Hauptmann und verstand es gekonnt, Spannung aufzubauen und zu halten.
Locker und spritzig plauderte die in Allensbach lebende Schriftstellerin zwischen den Textausschnitten aus dem Nähkästchen. Sie verriet, dass die jungen und attraktiven Männer für die Romancover von ihr persönlich ausgewählt werden, dass Erlebtes und Erdachtes in ihre Romane einfließt und dass sie ihre ersten schriftstellerischen Schritte beim SÜDKURIER machte. Mittlerweile wurden zahlreiche ihrer Romane in hochkarätiger Besetzung verfilmt.
Gaby Hauptmann verriet ihrem Publikum auch, woher sie die Rezepte für ihr Buch „Suche impotenten Mann fürs Leben“ hatte. „Es ist nicht so, dass ich männerfeindlich wäre, ich habe den einen oder anderen gehabt“, gab sie zur Kenntnis. Manche Textpassagen regten das Publikum zum Schmunzeln an, ernteten Lachen oder zustimmendes Nicken. „Ein Buch zu schreiben ist eigentlich einfach“, verriet Gaby Hauptmann mit einem Schmunzeln. Man brauche eine Idee, Charaktere, müsse dann die Dinge und Handlung laufen lassen und ein bisschen würzen. „Es tut mir jetzt echt leid für Sie“, wandte sie sich bedauernd an die Zuhörer, als sie nach den einleitenden Sätzen zu einer erotischen Szene umblätterte und ihre Lesung erst Seiten später wieder aufnahm. Die Schriftstellerin unternahm auch einen verbalen Ausritt zu ihrer Jugendreiterserie „Kaya“.
„Eine bewundernswerte Schriftstellerin mit viel Fantasie, sehr persönlich. Sie kommt bei den Leuten an“, fand der Überlinger Manfred Jennewein. Hauptmanns Kurzgeschichte „Leidenschaft in Rot“ brachte die Zuhörer zum Lachen. Ein Ehepaar shoppt darin in Zürich. Sie kauft Schuhe, er ist sichtlich gelangweilt. Auf der Heimfahrt bleibt dem stämmigen Ehemann bei der Zollkontrolle nichts anderes übrig, als selbst in die roten High Heels zu steigen, um einer Verzollung der Schuhe zu entgehen.
Die Bücher, die die Besucher der Autorenlesung am Stand der Linzgau-Buchhandlung erstanden, signierte Gaby Hauptmann im Anschluss geduldig und führte interessierte Gespräche. Dieter Martin verleitete sie zum Satz: „Das war die schönste Lesung, die ich je gehalten habe.“ In der Pause bewirtete Familie Martin die Besucher passend zur Lesung mit schwedischen Brötchen und Getränken.
