In Pfullendorf ist bekanntlich die Einsatzhundestaffel der Polizei stationiert, aber die Hundeführerteams, die seit zwei Tagen die Stadt und die gesamte Umgebung durchkämmen sind einzigartig und geradezu legendär – mehrere so genannte „Mantrailing-Teams“ hat die Polizei im Einsatz, um im Tötungsfall Lilly B. bislang verborgene Spuren zu entdecken. „Die Hunde suchen nach dem Tatwerkzeug“, bestätigte gestern Edwin Dobler, Pressesprecher der Polizeidirektion gegenüber dem SÜDKURIER, den spektakulären Einsatz dieses „Spezialkommandos“ einer privaten Firma aus Nordrhein-Westfalen.
Die Ermittler hoffen, dass die Mantrailer die Stelle anzeigen, an denen der Täter das Tatwerkzeug entsorgte. „Die Mantrailer wurden von uns angefordert“, antwortet Edwin Dobler auf die Frage, wer denn die Idee hatte, diese außergewöhnlichen Spürhunde nach Pfullendorf zu holen. Die von mehreren SÜDKURIER-Lesern am Donnerstagabend am Himmel beobachteten Hubschrauber hätten hingegen mit der Polizei absolut nichts zu tun.
Der seit dem 28. Juli inhaftierte 68-jährige Ehemann von Lilly B. sitzt weiter in Untersuchungshaft und hat in der Zwischenzeit seine anwaltliche Betreuung gewechselt. Nach Informationen des SÜDKURIER wurde bislang noch kein so genannten „Haftprüfungstermin“ beantragt. Auf besonderen Antrag des Beschuldigten oder dessen Verteidiger oder nach Ermessen des Gerichts wird über die Haftprüfung nach einer mündlichen Verhandlung entschieden. Es kann für einen Verteidiger sehr sinnvoll sein, einen solchen Antrag zu stellen, damit sich der Ermittlungsrichter einen eigenen Eindruck von dem Inhaftierten verschaffen kann.
Am Sonntag, 15. Juli, wurde die 64-jährige Lilly B. tot im Unterholz an einer beliebten Joggingstrecke nahe dem Pfullendorfer Stadion gefunden. Halten Sie sich im SÜDKURIER-Themenpaket auf dem Laufenden.
