FDP-Landtagskandidat Wolfgang Dobler und Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny auf Stippvisite beim SÜDKURIER.
„Diese Personaldebatte hat uns nur geschadet“, weiß die FDP-Bundestagsabgeordnete Judith Skudelny um das derzeit schlechte Erscheinungsbild ihrer Partei. Aber die 35-Jährige, die seit 2009 im Bundestag sitzt, besteht auf einer Trennung zwischen Personaldebatte und Sachpolitik, bei der die FDP auf Bundes- und Landesebene gut gearbeitet habe.
Die Fachanwältin für Insolvenzrecht wurde bundesweit bekannt, als sie bei der Konstituierung des 17. Bundestages ihre wenige Monate alte Tochter mitbrachte – das erste Baby im Plenarsaal des Hohen Hauses. Judith Skudelny vertritt den Wahlkreis Nürtingen und betreut als „Patin“ den Wahlkreis „Kreis Sigmaringen-Zollernalbkreis. Sie unterstützt ihren Parteifreund Wolfgang Dobler bei seiner Kandidatur für die Landtagswahl am 27. März. Für Beide ist die Aufrechterhaltung und Ausbau der Infrastruktureinrichtungen entscheidend, damit der ländliche Raum nicht ins Abseits gerät.
Zu den Grundbedürfnissen, die von staatlicher Seite sichergestellt werden müssen, gehöre dabei neben Energie und Wasser auch DSL. Im Wettbewerb um Unternehmen und Fachkräfte sei die Breitbandversorgung so wichtig wie ausreichende Kinderbetreuungsangebote, Bildungsmöglichkeiten, gute Verkehrsanbindung und Freizeitangebote. „Wir müssen um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, genießt für Wolfgang Dobler der Ausbau der Infrastruktur in der Breite eine hohe Priorität, auch um die Region für qualifiziertes Personal attraktiv zu machen. Als Personalberater erlebe er die größer werdenden Probleme der mittelständischen Betriebe bei der Suche nach Fachkräften mit.
Bei der aktuellen Debatte um die Bundeswehrreform fordern Dobler und Skudelny einen transparenten Entscheidungsprozess und eine faire Auswahl. Entschieden lehnen sie eine Streitkräfteverlagerung nach Bayern ab, weil dies möglicherweise politisch opportun wäre, aber klar sei, dass es Standortschließungen geben wird. Mit der Aussetzung der Wehrpflicht habe Minister zu Guttenberg eine alte FDP-Forderung umgesetzt.
Kämpferisch gibt sich das FDP-Duo gegenüber den Grünen, die wirtschaftspolitisch nur auf Wind und Medizintechnik setzten. „Jeder Liberale wird den Kampfanzug anziehen“, kündigt Skudelny bei ihrem gestrigen Besuch in der SÜDKURIER-Redaktion an. Ein klares Bekenntnis legt die zweifache Mutter, die auch im Gemeinderat Leinfelden-Echterdingen sitzt, zu Stuttgart 21 ab und plädiert für die Umsetzung des Schlichterspruches von Heiner Geißler. „Auch für unsere Region ist das Projekt sehr wichtig“, verweist Wolfgang Dobler auf die geplante Elektrifizierung der Südbahn, die mittelfristig mehr Menschen und besonders mehr Güter auf die Schiene bringen soll. „Als Kreis-FDP hoffe ich auf ein deutliches Ergebnis über fünf Prozent“, blickt Dobler im baden-württembergischen Stammland der FDP dem Wahlsonntag optimistisch entgegen.