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Pfullendorf Erinnerung an das Gmeindehaus in Pfullendorf bleibt

Altes Kolpinghaus ist in der ehemaligen Reichsstadt nun endgültig Geschichte, der Neubau kann beginnen.

Nach 126 Jahren ist das Gemeindehaus Adolf Kolping nun endgültig der Spitzhacke zum Opfer gefallen. Besser gesagt: Die Bagger haben ganze Arbeit geleistet. Wo sich über Jahrzehnte Gruppen der katholischen Pfarrgemeinde getroffen haben, wo unzählige Veranstaltungen unterhaltsamer und auch nachdenklicher Art stattfanden, da ist jetzt ein riesiges Loch. Kein Stein ist mehr von dem Haus übriggeblieben. Der Bau war vom damaligen Kaplan Josef Marmon in Auftrag geben, Baubeginn war 1891. Marmon hatte sich besonders für den örtlichen Gesellenverein Adolf Kolping engagiert und den Bau sogar aus eigener Tasche bezahlt. 6000 Reichsmark legte der Gottesmann dafür auf den Tisch. Die wollte der Gesellenverein zurückzahlen. Doch wie die Chronik berichtet, soll er nie einen Pfennig gesehen haben.

Im Laufe der Zeit wurde das Gebäude immer wieder erweitert. Der Zustand wurde aber immer schlechter. Es gab Risse im Mauerwerk und das Fundament wurde unterspült. Das Gebäude musste mit einem Holzbalken abgestützt werden. Den Verantwortlichen war klar, dass dies kein Dauerzustand sein konnte. Zudem war das Gebäude von der Straßenseite her mittlerweile alles andere als ein Schmuckstück. Ein Totalabriss war unvermeidlich. Schweren Herzens und nach intensiven Beratungen hat sich der Pfarrgemeinderat für einen Neubau entschieden. Auch das Erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg sah keine Chance für eine Sanierung. Die Baukosten sind mit rund 2,2 Millionen Euro veranschlagt. Gut die Hälfte der Gesamtkosten muss die Pfarrgemeinde aufbringen. Dafür müssen Rücklagen angegriffen und Grundstücke verkauft werden.

Klar ist auch: Ohne Spenden wird es schwierig. Denn obwohl der Neubau deutlich kleiner ausfallen wird, sind die Kosten enorm. Im Erdgeschoss soll es einen großen Gemeindesaal mit 150 Sitzplätzen geben. Auch ein Küchenbereich ist geplant. Um der Barrierefreiheit gerecht zu werden, soll ein Aufzug installiert werden. Vier Gruppenräume im Obergeschoss und eine begehbare Terrasse sollen eine vielfältige Nutzung ermöglichen. Im Dachgeschoss soll das Archiv einen Platz finden.

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