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Pfullendorf Der letzte große Flügelschlag

31.10.2007
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Letztmals hieß es "Party on" in der Kulturkneipe "Deutsches Haus" in Pfullendorf. Die oberschwäbischen Blues-Rocker "Little Wing" wurden zusammen mit VIP-Gast Milla für diese Endrunde verpflichtet und jeder Einzelne ließ es noch einmal krachen, sodass dieses Konzert in die Memoiren der Deutsches-Haus-Ära gehen wird.

Volles "Haus" war angesagt, denn schließlich wollten sich viele Musikfans dieses abschließende Ereignis nicht entgehen lassen. Der Zeiger des Partybarometers stand bei diesem letzten Live-Gig von Beginn an weit oben und schlug im Verlauf des Abends kontinuierlich weiter aus.

Etwas anderes wurde auch nicht erwartet, nachdem Milla - Sänger und Gitarrist der Ruhrpottband "Bullfrog" - mit den "Party Pistols" im ersten Set für reichlich Zündstoff sorgte. Mit Gassenhauer "Heartbreaker" und "I like my girlfriends Underwear" oder dem Wuppertaler Südstadt-Reißer "Arsch in der Hose" war Rock'n Roll pur angesagt.

In der zweiten Runde hieß es dann Bühne frei für "Little Wing". Einzige personelle Umbesetzung war Sänger und Frontman Arthur "Big Easy" Isleb, der mit seinen Jungs - Gitarrist Jörn Blesse, Bassist Luco Nardi und Schlagzeuger Tom Wagener - dort anknüpfte, wo Milla zuvor aufhörte. Für Drummer Tom Wagener war dieses Konzert ein besonderes Ereignis, schließlich hatte er bereits vor knapp 20 Jahren mit der legendären Formation "The fabulous Blues Train" beim Auftakt-Konzert im "Deutschen Haus" auf die Schlagfelle gehauen.

Ebenso powermäßig stellte Gastsängerin und Rockröhre Michi Popp nicht nur beim Song "Highroad Easy" von Sass Jordan ihre Klasse ausdruckstark unter Beweis. Erwähnenswert ist Neuzugang Luca Nardi, der, abgesehen von einem kurzen Soundcheck, keine einzige gemeinsame Probe mit den restlichen "kleinen Flügeln" absolviert hatte. Um einen solchen exzellenten Auftritt mit erstklassiger Soloeinlage herunter zu brettern, bedarf es schon einer Menge "Flugstunden".

Nicht zuletzt Jörn Blesse, der ohne Zweifel als der süddeutsche Jimi Hendrix bezeichnet werden darf, war es zu verdanken, dass das Partyvolk voll auf seine Kosten kam. Es war ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus, ihn bei seiner Saitenzauberei zu sehen und zu hören. Mit Klassikern wie "Hey Joe" oder "Voodoo Chile" wurde das Publikum regelrecht verzaubert. Auch wenn es viele Konzerthungrige nicht wahrhaben wollten, das Finale näherte sich unweigerlich. Zum Abschluss versammelten sich nochmals alle sechs Musiker auf der Bühne und lieferten eine megamäßige Version des Prince-Klassikers "Purple Rain" ab.

Mit kräftigen Flügelschlägen werden "Little Wing" künftig über das "Deutsche Haus" ohne Zwischenlandung hinwegfliegen müssen, denn ab sofort wird leider keine Landeerlaubnis mehr erteilt.

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