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Pfullendorf Denkmalschutz für Atelier beantragt

28.07.2012
Pfullendorf -  „Ich mache weiter wie bisher. Ich lasse meine Kunst nicht zerstören“, macht der 64-jährige Rolf Langhans im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich, dass sein Atelier auf dem ehemaligen Bahnareal keinesfalls räumen wird.

Das Atelier von Rolf Langhans auf dem Bahnareal wird von seinen Unterstützern als »Gesamtkunstwerk« bewertet.  Bild: Volk

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Bekanntlich hatte die Stadt als Grundstückseigentümerin zum 1. Juli die Zwangsräumung beantragt nachdem Langhans das Gebäude zum 30. Juni nicht verlassen hatte, obwohl er und sein Anwalt diesem spätestmöglichen Termin bei einem gerichtlichen Vergleich im vergangenen Jahr zugestimmt hatten. Auch durch die SÜDKURIER-Berichterstattung wurden viele Menschen erstmals auf das Atelier aufmerksam und besonders Künstlerkollegen aus der Region wandten sich gegen den geplanten Abriss des Gebäudes. Die Stadt besteht nach Angaben von Hauptamtsleiter Hans-Jürgen Rupp auf der Räumung und hat die Zwangsräumung dem Gerichtsvollzieher übergeben.

„Der Räumungstermin wurde auf 31. Juli verschoben“, weiß Rechtsanwalt Roland Hauser, der Langhans seit einem Monat als Mandant vertritt. Der ehemalige Richter am Verwaltungsgericht hat schon einiges in Bewegung gebracht und den Vergleich aus dem Jahr 2011 schon angefochten. Des Weiteren hat er mit den Denkmalschutzbehörden Kontakt aufgenommen, denn er will mit Hilfe von Paragraf 2 des Denkmalschutzgesetzes erreichen, dass das Atelier von Rolf Langhans aufgrund des öffentlichen Interesses unter Denkmalschutz gestellt wird. Die Untere Baurechtsbehörde Pfullendorf hat den Antrag an das Landratsamt Sigmaringen weitergeleitet und dieses hat das Regierungspräsidium Tübingen kontaktiert. „Mit Vertretern der zuständigen Denkmalabteilung Archivierung fand bereits eine Ortsbesichtigung statt“, berichtet Hauser. Jetzt wird die Angelegenheit in Tübingen begutachtet und eine Entscheidung steht noch aus. Der Ex-Richter ergänzt, dass natürlich auch Gespräche mit der Stadtverwaltung stattfanden, wobei Bürgermeister Thomas Kugler auf der Position der Stadt und damit auf der Räumung beharrte.

„Die Geschmäcker sind natürlich verschieden“, weiß Hauser, dass nicht jeder seine Meinung teilt, dass das Holzgebäude auf dem Bahnareal tatsächlich ein Kunstwerk darstellt. „Ich bin in der Kunstszene engagiert und will erreichen, dass dieses Gesamtkunstwerk erhalten bleibt“, antwortet er auf die Frage, warum er sich für Langhans einsetzt. Den Kontakt zu ihm hat Dr. Josef Grieshaber hergestellt, der in Kreenheinstetten als Hausarzt tätig ist. Der kunstinteressierte Arzt hat den Pfullendorfer Performancekünstler bei einer Vernissage kennen gelernt und nachdem ihm dieser seine schwierige Situation erzählt hatte, Langhans auch in seinem Atelier besucht. „Das ist ein richtig guter Künstler und der Mann ist in Ordnung“, konstatiert Grieshaber. Mit seinen Mitstreitern wolle er verhindern, dass auf dem Bahnareal einfach etwas „platt“ gemacht werde.

„Ich arbeite weiter“, erklärt Rolf Langhans abschließend, dass er bald eine Konzeption für einen Radweg vorlegen will, er viele Destinationen von Künstlern verbinden soll. „Dann ist es so!“, antwortet er auf die Frage, was er macht, wenn in Kürze der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht.
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