Pfullendorf Bürger können Sparvorschläge machen
Pfullendorf – Pfullendorf steht vor einem drastischen Sparprogramm. Stadtverwaltung und Gemeinderat müssen bis zur Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2011/2012 im März entscheiden, was sich das Gemeinwesen künftig noch leisten kann – und das, ohne noch viel Spielraum auf der Einnahmenseite zu haben. Zwar bringt die geplante Erhöhung der Grundsteuer B von 300 auf 350 Prozentpunkte rund 2650 000 Euro zusätzlich in die Kasse und auch die Vergnügungssteuer spült mit 270 000 Euro rund 120 000 Euro mehr als im Vorjahr in die Kassen. Trotzdem klafft eine riesige Deckungslücke von rund fünf Millionen Euro um den Verwaltungs- und Vermögenshaushalt von rund 35 Millionen Euro zu finanzieren. Zur Deckung dieser Lücke wird die Rücklage bis auf den gesetzlichen Mindestbestand von 600 000 Euro aufgelöst und 650 000 Euro bringt die Auflösung der Trägerdarlehen für die Technischen Betriebe sowie die ehemalige Seepark Linzgau GmbH. Zur Finanzierung des notwendigen Eigenkapitals hatte die Stadt den beiden städtischen Betrieben bei deren Gründung beziehungsweise Auslagerung Darlehen gewährt, die nun an die städtischen Kassen zurückbezahlt werden müssen. Für die Betriebe bedeutet dies, dass sie dieses Kapital nun am Kreditmarkt aufnehmen müssen. Als wichtigste Einnahmequelle hoffen die Stadtväter, dass 2011 und 2012 rund zwei Millionen Euro durch den Verkauf von Grundsstücken erlösen. „Aber trotz aller Konsolidierungsbemühungen bleibt eine Lücke von 600 000 Euro, für die aus heutiger Sicht noch keine Lösung in Sicht ist“, hatte Kämmerer Michael Traub in den Entwurf für den Doppelhaushalt geschrieben.
Doch wo soll Pfullendorf sparen? Natürlich werden die Entscheidungen von den gewählten und mit den Stimmen der Bürger entsprechend beauftragten 23 Stadträte getroffen. Worauf die Menschen in der Stadt aber zu verzichten bereit wären, wissen die Kommunalpolitiker oft selbst nicht. Darum ruft die Lokalredaktion die Leser auf, in den nächsten Wochen eigene Ideen beizusteuern. Wer von Vorgängen, Angeboten oder Einrichtungen weiß, die vielleicht günstiger gestaltet oder notfalls ganz gestrichen werden könnten, ist mit konstruktiven Ideen willkommen.
Die Lokalredaktion wird die Ideen sammeln und versuchen, das Einsparpotenzial in ausgewählten Fällen mit Hilfe des aktuellen Haushaltsplans der Stadt zu beziffern. Zugleich sollen die Vorschläge öffentlich in der Zeitung zur Diskussion gestellt werden. Sie können von kleinen, aber wirksamen Veränderungen bis zur Streichung kompletter Angebote reichen.
Alle Vorschläge, die mit Namensnennung sowie Begründung eingeschickt werden und die eine gewisse Ernsthaftigkeit erkennen lassen, werden unabhängig von einer möglichen Berichterstattung gesammelt. Das Dossier mit den Sparvorschlägen der Konstanzer wird die Lokalredaktion an Bürgermeister Thomas Kugler übergeben und zwar noch vor der geplanten öffentlichen Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 17. Februar, bei der die Ratsfraktionen sich nur einem Thema widmen: dem Sparhaushalt.
Wegen 5 Hansel verpestet ein mittelgrosser Bus
den ganzen Tag die Stadtluft.
50.000€ ?