Pfullendorf Bewegung und Stillstand in der Innenstadt
Der Betrieb in der Schlecker-Filiale läuft wie üblich weiter. Bild: Volk
In der innerstädtischen Geschäftswelt tut sich einiges. Wie der SÜDKURIER berichtete, renoviert die Abteilung „Bürgerarbeit“ vom Werkstättle in der Unteren Hauptstraße das Erdgeschoss des „Kollöffelhauses“, um dort einen Bürgertreff einzurichten. In einem weiteren Raum werden die selbstgebastelten Artikel der so genannten „Kreativwerkstatt“ ausgestellt und verkauft. Damit wird ein traditionsreiches Haus, in dem viele Jahrzehnte ein Tabakwarengeschäft untergebracht war, vorübergehend wiederbelebt. Sollte ein Investor sich für das Gebäude interessieren, müsste die „Bürgerarbeit“ ihre Räume verlassen, so lautet die Abmachung mit der Stadtverwaltung.
Ob „Schlecker“ Pfullendorf verlässt ist noch völlig unklar. Bislang wird die Filiale in der Hauptstraße problemlos mit neuer Ware beliefert und das dreiköpfige Mitarbeiterteam hofft, dass seine Arbeitsplätze erhalten bleiben, das die Kundenfrequenz nach dem Umzug vom Marktplatz stabil geblieben sei. Fehlende Kundschaft war ein Grund, warum Jörg Wilhelm seinen gleichnamigen Geschenkeladen am Marktplatz zum Jahresende geschlossen hatte und sich Richtung See veränderte. In die Räumlichkeiten, die einst die Marktapotheke beherbergte, ziehen nun die „Axa“-Versicherungsagentur und die „Radomski Immobilien“ gemeinsam ein. Derzeit sind die Renovierungsarbeiten in vollem Gang. Das Immobilienbüro mit Inhaberin Sandra Radomski verlässt seinen bisherigen Standort in der Heiligenberger Straße, während „Axa“-Chef Guido Eßmeyer nur ein paar Meter vom Untergeschoss des Buchladens in das „Herz der Stadt“ umzieht.
„Wir wollten diese Nähe zur Stadtmitte“, macht Inhaber Eßmeyer im Gespräch mit dem SÜDKURIER deutlich, dass er mit seinem bisherigen Standort in der Roßmarktgasse durchaus zufrieden war, aber er aufgrund der guten Geschäftsentwicklung eine größere Fläche benötigt. Am 1. Juli 2008 eröffnete er seine Agentur als „Einzelkämpfer“ und vergrößerte seinen Kunden- wie Personalstamm stetig. „Wir haben schon lange nach neuen Räumen gesucht“, ergänzt Ehefrau Nicole, die ihn im Büro unterstützt, dass immer mehr Kunden den Kontakt mit dem Berater außerhalb des eigenen „Wohnzimmers“ wollen. Der neue Standort verstärke die Präsenz seiner Agentur und auch seiner Person, erhofft sich der Diplombetriebswirt natürlich noch mehr Kundschaft. „Man darf die Innenstadt doch nicht aussterben lassen“, erklärt der 47-Jährige, dass ihn die zunehmende Verödung schon erschrecke. Er will sich auch deshalb bei der Wirtschaftinitiative Pfullendorf (WIP) engagieren.
Eine weitere Belebung erfolgt gegenüber seinem neuen Domizil, in der ehemaligen Filiale der Volksbank Bad Saulgau. Dort wird nach Informationen des SÜDKURIER der „Fitness-Treff“ einziehen, der derzeit in „Martin´s Lädele“ in Aach-Linz eingerichtet ist. Noch ungewiss ist hingegen die Zukunft des „Café Gred“ im Bürgerzentrum, das seit einigen Wochen geschlossen hat.

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