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Pfullendorf Bahnstrecke ist funktionstüchtig

Die Wiederaufnahme des Bahnverkehrs auf der Strecke Pfullendorf-Altshausen ist technisch möglich, wie die erfolgreichen Sonderzüge bei der „Tour de Ländle“ bewiesen. Nach Überzeugung von Eisenbahnfreunden und –experten könnte die Strecke auch touristisch genutzt werden.

Die Sonderzugaktion bei der Tour de Ländle hat gezeigt, dass die Bahnstrecke Altshausen-Pfullendorf funktionstüchtig ist.
Die Sonderzugaktion bei der Tour de Ländle hat gezeigt, dass die Bahnstrecke Altshausen-Pfullendorf funktionstüchtig ist. | Bild: volk

Pfullendorf – Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 Kilometer tuckerten nach fünf Jahren erstmals wieder Züge von Altshausen nach Pfullendorf. Als besonderes Highlight bei der „Tour de Ländle“ verkehrten insgesamt acht Züge, die Radfahrer und sonstige Reisegäste auf der wieder erwachten Strecke transportieren. „Ich bin sehr zufrieden“, resümiert Frank von Meißner, Bahnbeauftragter des Stadt Pfullendorf und im Hauptberuf bei der Hohenzollerischen Landesbahn (HzL) in der Logistik tätig. Erfreut zeigte sich der Bahnexperte, dass die Zugfahrten ohne Zwischenfälle verliefen, ein Beleg für die Fahrtüchtigkeit von Gleis- und Bahnkörperanlagen. An vielen Übergängen fehlen mittlerweile die Beschilderungen, so dass die Züge erst anhalten und mit lautem Pfeifen signalisieren mussten, dass nach fast 2000 Tagen wieder ein Zug kommt. Auch deshalb lag die Durchschnittsgeschwindigkeit mit rund 40 km/h unter den erlaubten 50 km/h mit denen bis vor wenigen Jahren die Güterzüge verkehrten. Frank von Meißner, der für die Stadt Pfullendorf die Aufgaben eines „Bahnbeauftragten“ überzeugte sich selbst von der großen Resonanz der Sonderzüge. „Jeder hatte zwischen 50 und 140 Fahrgäste an“, berichtet er von ganzen Eisenbahncliquen, die aus Bochum, Hannover und Magdeburg eigens angereist waren, um dieses besondere Ereignis mitzuerleben.

Auch entlang der Strecke habe er viele winkende, fröhliche Leute entdeckt, gerät von Meißner richtig ins Schwärmen: „Das war eine richtig volkstümliche Stimmung!“ Nach Überzeugung von Meißner wurde mit den Sonderzügen eine der wichtigsten Fragen bezüglich einer Streckenreaktivierung geklärt, nämlich dass Gleise und Bahnkörper in einem fahrtauglichen Zustand sind. Diese Tatsache werde bei den Verhandlungen mit potentiellen Interessenten, die ihre Güter wieder per Schiene transportieren wollen, eine Rolle spielen. Als weiteres Standbein der Bahnnutzung sieht Meißner den touristischen Aspekt, denn die Strecke Altshausen-Pfullendorf verlaufe durch eine einzigartige, geradezu unberührte Landschaft. Notwendig wäre ein „pfiffiges Konzept“, um diese Vorteile zu nutzen. So könnte er sich vorstellen, dass Sonderzüge verkehren, wenn in den angrenzenden Bahn-Gemeinden besondere Feste stattfinden. Keine Probleme sieht er bei den notwendigen Genehmigungen für die Personenbeförderung, berichtet von Meißner, dass von der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft aus Stuttgart, einige Angestellte die Sonderzüge in der vergangenen Woche genutzt hätten und von der Strecke samt Landschaft sehr angetan waren.

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