„Wenn ich die Prüfung schaffe, werde ich auch übernommen“, freut sich Julia Werkmann, dass in vier Wochen ihre dreijährige Lehre zur Industriekauffrau bei Tox Dübel Technik in Ablach endet und sie dann im Prinzip auch einen Arbeitsplatz sicher hat. „Die Ausbildung ist sehr interessant und vielseitig“, ergänzt die junge Frau, die als Zusatzqualifikation noch Englisch und Französisch lernt. Auch Anna-Lena Gabele, die bei der ZG Raiffeisen Kauffrau für Groß- und Einzelhandel lernt, muss sich nach der Ausbildung keine Sorgen machen, wie ihr Chef Peter Westhauser schmunzelnd erklärt.
Bei der 11. Ausbildungsbörse der Wirtschaftsinitiative Pfullendorf (WIP) in der Stadthalle wurde gestern deutlich, dass der Wettbewerb um den Nachwuchs von Morgen voll entbrannt ist. Etwa 400 Schüler aus Pfullendorf, Ostrach und Krauchenwies nutzten die Gelegenheit sich an den Ständen von 40 Unternehmen und Dienstleistern über Berufsbilder und Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren.
Als „Teil der Zukunftsplanung“ für die Betriebe bezeichnete Bürgermeister Thomas Kugler die Präsenz der Unternehmen auf der Lehrstellenbörse. Erstmals präsentierten sich Betriebe aus der französischen Partnerstadt St. Jean de Braye mit einem Stand, um den Austausch von Auszubildenden, aber auch den heimischen Firmen zu forcieren. „Es wäre schön, wenn Beschäftigte von uns zeitweise in einem Pfullendorfer Betrieb arbeiten und umgekehrt“, rührte auch Ignace Agbessi, Präsident des interkommunalen Wirtschaftsverbunde G.E.Z.I im Gespräch mit dem SÜDKURIER die Werbetrommel für einen verstärkten Austausch. Hendrik Phillips ist so ein junger Mann, der dem Ruf eines Unternehmens gefolgt ist. Der 19-Jährige hat bei der in Immenstaad ansässigen Firma Cassidian ein duales Studium zum Wirtschaftsingenieur begonnen und ist aus Niedersachsen an den Bodensee gezogen. Der Pfullendorfer Artur Kraus hatte das Glück in seiner Heimatstadt einen Ausbildungsplatz beim Discounter „Lidl“ zu bekommen und ihm gefällt die Lehre. Erstmals präsentierte das weltweit tätige Technologieunternehmen Bizerba in Pfullendorf. „Wir bieten am Standort Meßkirch jährlich je zwei Lehrstellen zum Mechatroniker und Industriemechaniker“, erklärte Herbert Schmid, der für die Elektroausbildung zuständig ist. Auf großes Interesse stießen die Stände von Polizei und Bundeswehr. „Ich bin fit und der Beruf macht sicher Spaß“, kann sich der 14-jährige Realschüler Paul Yalmann eine Ausbildung bei der Polizei gut vorstellen.
Martin Hangarter hat auf seinem Weg zum Traumberuf „Steuerberater“ schon ein großes Stück zurückgelegt. Der 23-Jährige absolvierte ein dreijähriges Studium „Bachelor of Art“ und wird nach dreijähriger Berufspraxis dann das Steuerberater-Examen machen. Reichlich mit Informationsmaterial ausgestattet verließen die Schüler gestern die Stadthalle und mancher Betrieb hat schon seinen nächsten Praktikanten verpflichtet, freuten sich auch die Macher der WIP um Cheforganisator Bernd Ruther und Vorstand Marco Schiedt über die große Resonanz der einmal mehr gelungenen Veranstaltung.