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Pfullendorf Alno-Führung blickt nach vorn

Bei der Hauptversammlung der Alno-AG blickte Vorstandsvorsitzender Max Müller optimistisch nach vorne, machte aber auch klar, dass „der Konzern noch nicht über dem Berg ist.“

In seinem einstündigen Rechenschaftsbericht informierte Alno-Vorstandschef Max Müller bei der Aktionärsversammlung am Mittwoch über das von Umsatzeinbrüchen geprägte Geschäftsjahr 2013, unerwarteten Problemen und einem optimistischen Blick in die Zukunft, wobei der Schweizer deutlich machte, dass der Konzern noch „nicht über dem Berg ist.“ Seine Überzeugung, dass Alno auf Jahre hinaus erfolgreich sein wird, gründet sich auf der Übernahme des Schweizer Küchenmöbelherstellers AFG. Schon zum Zeitpunkt der Hauptversammlung 2013 habe man mit der AFG in Verhandlungen gestanden, erklärte Müller, dass er mit dem Deal sein damaliges Versprechen, „dass Alno Visionen hat“, umgesetzt habe. Durch die Übernahme entstünden Synergiepotentiale bis zu 15 Millionen Euro, die man erst 2015 heben könne. Umsatz und Produktion würden wegen Projektverschiebungen im Ausland erst im zweiten Halbjahr 2014 anlaufen, hält er an der Umsatzprognose von 580 bis 600 Millionen Euro fest. Mit vielen Maßnahmen werde man die operative Marge und Produktionsauslastung verbessern, die laut Geschäftsbericht am Standort Pfullendorf im Jahr 2013 bei 67 Prozent lag, wo man 330 000 Küchenschränke herstellte. Erhöht hat sich binnen Jahresfrist auch die Nettonverschuldung auf 89,6 Millionen Euro, unter anderem durch die Ausgabe einer Anleihe von 45 Millionen Euro. Des Weiteren wurden Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber der Bauknecht Hausgeräte GmbH von 30 Millionen Euro in ein Gesellschafterdarlehen mit einer 6,5-prozentigen Verzinsung umgewandelt, wie auf Seite 44 des Geschäftsberichts aufgeführt wird.

Aufhorchen ließ die Pfullendorfer eine Aktionärsfrage bezüglich des neu erstellten AFG-Verwaltungsgebäudes im schweizerischen Arbon. Die Frage, ob womöglich eine Firmenverlagerung geplant sei, verneinte Müller eindeutig und erläuterte, dass dieses Gebäude bei der Übernahme nicht von der Alno AG gekauft wurde. Verkauft hat der Konzern nach Angaben von Finanzchefin Ipek Demirtas Kundenstammdaten an Joint-Venture-Unternehmen für 4,4 Millionen Euro, wie sie auf eine Frage nach der Ertragslage des Unternehmens erläuterte. Im Geschäftsjahr 2013 gab man auch 6,7 Millionen Euro für Werbung aus und auf 3,6 Millionen Euro summierten sich die Ausgaben für Berater, Anwälte und die Erstellung der Jahresabschlüsse. Kein weiteres Geld soll die Alno AG die Trennung von Ex-Vorstandschef Jörg Deisel kosten, wenn es nach Max Müller geht und deshalb hat das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012 auch keine Rückstellungen für diesen laufenden Arbeitsgerichtsprozess eingestellt, was von der „Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung“ als Fehler eingestuft wurde. Bekanntlich hatte das Landgericht Düsseldorf im Dezember 2012 ein so genanntes „Vorbehaltsurteil“ erlassen, das Deisel gegen Sicherheitsleistung 1,2 Millionen Euro zusprach.

„Aufsichtsrat und Vorstand waren zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung 2012 und sind es bis heute mit guten Argumenten der Auffassung, dass die Klage von Herrn Deisel keinen Erfolg haben wird“, erklärte Müller am Mittwoch, wobei man aber um das Fehlerfestellungsverfahren zu beenden, im Abschluss 2013 diese vorläufigen Zahlungen als Aufwand verbuchte.

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Alno AG: Die Alno AG mit Sitz in Pfullendorf ist einer der größten Hersteller von Küchen in Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog das Unternehmen von Wangen bei Göppingen nach Pfullendorf um. Dort ist - nach einer kurzen Episode in Düsseldorf - seit 2011 auch wieder Sitz der AG.
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