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Pfullendorf 1700 Euro für vier Namibier

10.02.2012
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Friseur Rainer Schmauder übergibt Spende. Geld soll Ziegen, Kuh und Wassertank finanzieren

– Braun gebrannt landeten jetzt Friseurmeister Rainer Schmauder und Ehefrau Andrea am Ende eines zweiwöchigen Namibia-Urlaubs wieder in Deutschland. Im Reisegepäck hatten die Pfullendorfer nicht nur die Eindrücke einer packenden Reise, sie kehrten auch mit der Gewissheit heim, vier Menschen in dem fernen Land eine große Freude bereitet zu haben. Denn Rainer und Andrea Schmauder hatten den beiden namibischen Friseurkollegen Assa und Fiina jeweils 600, ihrem Chef Alberto 400 und der Praktikantin Dabanda 100 Euro aus Spendengeldern in die Hand drücken können. Das Geld stammte aus einer Benefizaktion, die der Friseur im vergangenen Jahr in Pfullendorf gestartet hatte. Sie diente dem Ziel, Albertos Friseursalon im Township Katutura der namibischen Hauptstadt Windhoek zu unterstützen.

Vor gut einem Jahr hatte der Fernsehsender Kabel 1 Rainer Schmauder und seine Mitarbeiterin Helga Hipp für die Doku-Soap „Stellungswechsel“ in den Friseursalon ins Township Katutura von Windhoek mitgenommen. Während die Pfullendorfer in der Fremde ohne ihr gewohntes Handwerkszeug Namibiern die Haare frisierten, halfen im Gegenzug im Friseursalon Schmauder in Pfullendorf die Namibier Assa und Fiina aus. Das ganze wurde werbewirksam von Kabel 1 in Szene gesetzt und mit einer Staffelfolge vermarktet. Danach stand für den Pfullendorfer angesichts der dürftigen Ausstattung des Friseursalons in Katutura fest, dass er die knapp 10 000 Kilometer entfernt arbeitenden Kollegen auch zukünftig unterstützen wollte. Der Erlös einer Benefizveranstaltung und einer zweitägigen Aktion im August, bei der 5 Euro pro Haarschnitt ins Sparschwein wanderten, brachten stolze 1500 Euro zusammen.

Dieses Geld aufgestockt um 200 Euro aus dem privaten Geldbeutel Rainer Schmauders wollte das Ehepaar jetzt im Rahmen ihres ersten Urlaubs in Namibia den Friseuren übergeben.

In Katutura fanden Schmauders allerdings einen verwaisten Friseursalon vor. Alberto befand sich grade 300 Kilometer außerhalb Windhoeks auf einer Farm. Assa und Fiina trafen die Pfullendorfer schließlich im unter Touristen beliebten „Joe´s Bierhouse“. Dort gibt es gutes Essen und das nach deutschem Reinheitsgebot gebraute Bier „Windhoek Lager“. Die Pfullendorfer luden die beiden Friseurkollegen und eine Praktikantin zum Essen ein und überreichten Assa und Fiina jeweils 600 und der Praktikantin 100 Euro. Die Freude war groß. Assa erklärte, er werde sich von dem Geld Ziegen für eine Zucht kaufen. Fiina wollte das Geld in eine Kuh investieren, deren Kälber dann zukünftig das Geld vermehren soll.

Zwei Wochen reisten Rainer und Andrea Schmauder anschließend durchs Land, besuchten die zweithöchsten Dünen der Welt, die vom deutschen Kolonialismus geprägt Stadt Swakopmund und schließlich die Tierreservate Etosha Park und Waterberg. Zurück in der Hauptstadt, trafen die beiden am letzten Ferientag doch noch Friseur Alberto. Er erhielt die verbleibenden 400 Euro und erklärte, er werde das Geld in einen Wassertank investieren, dessen Inhalt er dann verkaufen wolle.

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