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05.02.2013  |  von  |  0 Kommentare

Ostrach Windkraft: Bürgerprotest bleibt ohne Erfolg

Ostrach -  Der Gemeinderat hat bei der Ausweisung von Konzentrationsflächen für den Bau von Windrädern auf der Gemarkung mit 8 zu sechs Stimmen einige Veränderungen am Flächennutzungsplan vorgenommen. Der Protest der Einwohner des Teilortes, wo ein Windrad gebaut werden kann, blieb erfolglos. Allerdings wurde der Abstand zur Wohnbebauung auf 1,3 Kilometer verlängert. Mit dem Beschluss vom gestrigen Abend ist der Flächennutzungsplan noch nicht rechtskräftig, aber für den Gemeinderat vom Tisch.

Vom Beschluss nur Standorte mit mindestens drei Windrädern auszuweisen so wie auf dem Judentenberg (unser Bild), ist der Gemeinderat Ostrach abgewichen und weist in 1,3 Kilometer Entfernung zum Teilort Kalkreute eine entsprechende Fläche aus.  Bild: plessing



Der Weithartsaal in Einhart platzte aus allen Nähten, als sich der Gemeinderat mit dem einzigen Tagesordnungspunkt seiner Sitzung beschäftigte. SPD-Gemeinderat Jörg Schmitt stellte die problembehaftete Beschäftigung mit der Windkraft aus seiner persönlichen Sicht dar und sprach von einer Zerrissenheit und dem Sitz zwischen zwei Stühlen. Viele Gespräche habe er mit Betroffenen geführt und festgestellt, dass dessen Sorgen bald zu seinen eigenen wurden. „Ich will wieder zum Alltag zurück und befinde mich in einem Dilemma: die Wahl zwischen Pest und Cholera“, brachte er die Gefühlslage vieler Ratsmitglieder auf den Punkt.

Nach langen Argumentationen wurde der Beschluss des Gemeinderats vom 14. Mai 2012 dahingehend geändert, nun auch Flächen mit Einzelanlagen am Standort Zoznegg und in der Konzentrationszone Os 04 in Kalkreute zuzulassen. Nach dem neuesten Flächennutzungsplan ist nun der Abstand 1,3 Kilometer erforderlich, wobei nur 1000 Meter gefordert wurden. Sich juristisch so wenig wie möglich angreifbar zu machen, war letztendlich das Kriterium, für diese Beschlussänderung zu stimmen. Ortsvorsteher Rudolf Birkhofer plädierte für die Bürger aus Kalkreute. „Sie haben viel auf sich genommen und deshalb die Frage, warum nun eine Anlage genehmigt werden soll.“

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