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Ostrach – Waren bisher vor allem die Realisierung und Finanzierung des Projekts im Mittelpunkt des Interesses, wurde nun zum ersten Mal umfassend das entstehende Versorgungszentrum für pflegebedürftige Menschen und Senioren „von innen“ vorgestellt. Zwei Grundlagen waren wichtig für die Trägerin Caritas: Es sollte eine Heimstatt für Demenzkranke und gleichzeitig ein Versorgungszentrum sowohl für aktive als auch für hilfsbedürftige Menschen geschaffen werden. Nachdem die Caritasgemeinschaft Ostrachtal mit enormer Anstrengung die Mittel für eine nicht zuschusswürdige Begegnungsstätte zusammengetragen hat, sieht es so aus, als werde das Konzept aufgehen.

Für die Raumschaft Ostrachtal werden im Neubau 33 stationäre Pflegeplätze zur Verfügung stehen, fast ausschließlich in Einzelzimmern mit Dusche und WC, dazu ein Kurzzeitpflegeplatz und eine Tagespflege mit Platz für sechs Menschen. Die Pflegeplätze sollen in drei familienähnlichen Wohngruppen organisiert sein, die zum Beispiel gemeinsam ihr Essen zubereiten oder kleine Unternehmungen planen. „Außerdem haben wir das besondere Glück“, sagte Clemens Walz, „dass wir durch ein Vermächtnis der Ostracher Ehrenbürgerin Anneliese Drewing-Müller einen überdachten Außenbereich, wir nennen ihn Wintergarten, schaffen konnten.“ Vor allem die demenzkranken Bewohner können hier das Tageslicht genießen, ohne den Heimbereich verlassen zu müssen.

In der Begegnungsstätte können Senioren der Gemeinde Ostrach am offenen Mittagstisch speisen und an vielen Veranstaltungen teilnehmen. Im heutigen Altbau, dessen Umbau im Oktober 2010 fertig sein soll, obwohl die Finanzierung noch nicht steht, entstehen sechs betreute Seniorenwohnungen und ein Stützpunkt der Sozialstation Pfullendorf.

Damit können sich die Leute in und um Ostrach vom Herbst 2010 an über ein rundum modernes Altenheim mitten im Ort freuen, das künftigen Bewohnern eventuell schon von Besuchen in der Begegnungsstätte vertraut ist. Vielleicht haben sie es sogar mit Spenden mitfinanziert. Somit entsteht eine enge Bindung der Ostracher zu „ihrem“ Elisabethenheim. Allerdings hat das vornehme Domizil auch seinen Preis. Die Kosten werden voraussichtlich um sieben bis acht Euro pro Tag steigen. „Wir sind damit im oberen Drittel“, so Walz, „aber nicht das teuerste im Landkreis.“ Die Pflege liegt wie bisher in den Händen von Fachkräften, entsprechend dem Stand der neuesten Erkenntnisse der Pflegewissenschaft. Bei Hospitationen und internen Fortbildungen bereiten sich die Mitarbeiter seit längerem auf ihre veränderten, zum Teil neuen Aufgaben vor. „Ich bin gespannt, wie die Tagespflege in Ostrach angenommen wird“, sagt Annegret Jäger. Es ist neu, auch für berufstätige oder überforderte Angehörige, dass jemand Pflegebedürftiges zwar zuhause wohnen, den Tag aber im Elisabethenheim verbringen kann, wo soziale Kontakte den tristen Alltag in der Isolation vermeiden helfen. Auch die Möglichkeiten der Kurzzeitpflege, etwa während des Urlaubs von Pflegepersonen, zum Probewohnen oder nach einem Krankenhausaufenthalt sind neu in Ostrach. Ob es auf längere Sicht auch eine Senioren-Wohngemeinschaft geben wird, die dann im umgebauten Altbau unterkäme, wird zurzeit noch diskutiert.

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