Ostrach Musiker im Rampenlicht
Die langjährigen Musiker Isabell Reichert, Vera Schweikart, Elisa Knödler, Miriam Keller und Felix Baier freuten sich über ihre Ehrungen. Bild: Bild: Rauscher
Bei seiner Begrüßung verriet Vorsitzender Hubert Halder, dass es für zwei Musikerinnen das erste Konzert ist: Vera Schöllhorn am Saxofon und Edith Gindele an der Querflöte. Beide schlugen sich mit Bravour.
Majestätisch ging es zur „Procession of Princes and Priests“ von Modest Mussorgsky. Diese Ballett-Oper war einst als Experiment geplant, an dem fünf Komponisten mitwirkten. Dass das nicht ging, merkte man schnell. Acht Jahre später wurde der Entwurf verfeinert. Das Ergebnis begann mit auffordernden Bläsern und leisen Trommelwirbeln, zu denen die Klarinetten sanft einstimmten. Hüpfende Töne auf der Oboe und dem Saxophon, untermalt mit Klängen eines Tambourins, erzeugten orientalische Passagen.
„In the forest of the King“ folgte das Orchester einem Frettchen. Drei alte französische Volkslieder vertonten den Blick auf hohe majestätische Bäume, an denen man verweilte und die Gedanken schweifen ließ. König Dagobert zeigte seiner Gefolgschaft den Wald, lächelte und ritt davon. So beschrieb Moderator Peter Hornstein die Geschichte des Stückes, das die ausgelassene Jagdstimmung mit vielen Trommelwirbeln und Fanfaren aufs Publikum übertrug.
„Magic“ ist wohl der Künstlername von Christoph Merk, der diese gleichzeitig mit seinem Trompeten-Solo erzeugte. Berühmt ist er wegen seiner „Attacke“ in der fünften Jahreszeit, der Fastnacht. Doch an diesem Abend zeigte er sich klassisch zur „Andante“ von Franz Joseph Haydn und erntete besonders großen Beifall. Anschließend ging es auf Vampir-Jagd. „Ein perfektes Recycling von altbekannten Songs“, beschrieb Hornstein das Musical von Jim Steinman. Mit Enthusiasmus und voller Hingabe forderte der Dirigent Paul Meier seine Bläser zum Einsatz auf.
Schuld war nicht allein der Bossanova, sondern auch der Musikverein Ostrach, der mit „Soul Bossanova“ von Quincy Jones seine Gäste begeisterte. Auch wenn jetzt nun nur noch der Hut aufbehalten werden durfte, fielen keine Hüllen in der Halle. Stattdessen lauschte das Publikum gespannt dem erotischen Stück aus dem Filmklassiker „9 ½ Wochen“, zu dem sich einst Kim Basinger vor Mickey Rourke entblätterte.
Zur „Jagd auf die Theke“ stimmte das Orchester mit einer quirligen Polka von Johann Strauß ein. Vom großen Applaus motiviert, spielten die Musiker den Graf-Zeppelin-Marsch als Zugabe, wofür sich das Publikum im Takt klatschend bedankte. Passend zur Adventszeit ertönte noch „Feliz Navidad“, und der Verein verabschiedete sich dann mit einem beherzten „ I wanna wish you a merry Christmas“.
