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Ostrach Güterzug fährt auf der Bahnstrecke Pfullendorf nach Altshausen

Nach 15 Jahren rollt am 22. April der erste Güterzug auf der 25 Kilometer langen Bahnstrecke Pfullendorf – Altshausen. Ab 2018 wird der Ausflugszug von Mai bis Oktober jeden Sonntag auf der Strecke fahren.

15 Jahre, nachdem die Deutsche Bahn den planmäßigen Güterverkehr auf der 25 Kilometer langen Strecke Pfullendorf-Altshausen eingestellt hat, rollt am heutigen Samstag wieder der erste Güterzug mit 15 Waggons, auf denen Rundholz zu einem Sägewerk ins 200 Kilometer entfernte Radersdorf nach Bayern transportiert wird. Auf die Schiene gebracht wird die Fracht von der Firma "Box Tango", die in Ostrach bekanntlich schrittweise einen Bahnterminal aufbaut. Und nach Angaben von Box-Tango-Gründer Martin Burkhart sollen in Zukunft noch mehr Güter über die Schiene transportiert werden, wie er gestern bei einem Pressegespräch erläuterte. Man stehe in Verhandlungen mit zwei Unternehmen in Friedrichshafen, Bad Saulgau, Herbertingen, Markdorf und in Ostrach mit der Firma Bilgram. Auch ein Unternehmen aus Pfullendorf sei an dem Gütertransport via Bahn interessiert, erklärte Burkhart auf Anfrage des SÜDKRURIER, dass die Unternehmen aus der Kiesbranche sich noch zurückhaltend verhielten.

Auf eine Verdoppelung des Personenbeförderungszahl hoffen die Verantwortlichen, wenn ab 2018 die Ausflügszüge von Mai bis Oktober jedes Wochenende fahren. Bisher verkehren diese Radexpresszüge seit 2011 nur im Zwei-Wochen-Rhythmus und beförderten im vergangenen Jahr rund 3000 Fahrgäste, wie Bürgermeister Thomas Kugler beim gestrigen Gespräch im historischen Ratssaal als Miteigentümer der Strecke erläuterte. Denn nachdem die Anliegerkommunen Pfullendorf, Ostrach und Altshausen die stilllgelegte Strecke im Jahr 2005 gepachtet hatten, kauften die Gemeinden im Jahr 2015 die kompletten Gleisanlagen samt Weichen, Blinkanlagen und Haltepunkten.

"Das war sehr weitsichtig", lobte Frank von Meißner, hauptberuflicher Eisenbahnbetriebsleiter bei den Stuttgarter Straßenbahnen, der für die von den drei Kommunen gegründete "Interessengemeinschaft Bahn" nebenberuflich tätig ist, die damalige Aktion. Um die Strecke noch attraktiver zu machen, werden ab kommenden Jahr die Haltepunkte in Pfullendorf, Burgweiler, Ostrach und Altshausen aufgewertet und in Hoßkirch-Königsegg eventuell ein neuer Bahnhalt gebaut. Auch die Bahnübergänge sollen nachgerüstet werden, wobei die Sanierung eines Überganges eine fünfstellige Summe kostet und das Eisenbahnviadukt in Ostrach muss die nächsten Jahre gleichfalls saniert werden. Zur Finanzierung gibt es Instandhaltungszuschüsse des Landes, das den 25 Kilometer langen Abschnitt als eine von sieben Bahnstrecken in Baden-Württemberg als Potenzialstrecke eingestuft hat. An Nutzungsentgelten, die diejenigen zahlen, die Personen oder Fracht auf der Strecke befördern wollen, erzielte die "IG Bahn" bislang 13 000 Euro jährlich, wobei sich die Summe durch die Mehrnutzung erhöhen wird. Eine weitere touristische Aufwertung erhofft sich Manfred Essl, Wirtschaftsförderer der Gemeinde Ostrach. "Der Tourismus wächst, das sehen wir auch an den Übernachtungszahlen", erklärte Essl, dass man dieses Jahr auch mehr Erlebnistage mit geführten Riedwanderungen anbieten wird, die an die Taktung des Zuges angepasst sind.

Bahnstrecke

Der Streckenabschnitt Pfullendorf-Altshausen ist 25 Kilometer lang und 2004 legte die Deutsche Bahn die Gleise still. Zur Sicherung der Trasse gründeten die Anliegergemeinden Pfullendorf, Ostrach und Altshausen 2005 die "Interessengemeinschaft Bahn", die die Strecke pachtete, deren erster Teilabschnitt 2009 in Altshausen reaktiviert wurde. (siv)

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