Mein

Ostrach Aus für Windpark in Ostrach

Die Firma Ostwind zieht den Bauantrag für vier Windräder zwischen Bachhaupten und Bolstern zurück. Verhindert hat das Projekt die große Zahl an Rotmilanen.

Die Firma Ostwind hat gestern auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigt, dass das Unternehmen seinen Antrag auf den Bau von Windrädern zwischen Bachhaupten und Bolstern zurückgezogen hat. Die in Regensburg beheimatete Firma plante in den Wäldern des Adelshauses Thurn und Taxis den Bau von bis zu vier Anlagen. Gegen das Vorhaben protestierten die Anwohner mit großen Plakaten und ausgeprägten Bildmotiven gegen die Windräder. Als Grund für den Rückzug benannte das Unternehmen gegenüber dem Landratsamt die neu kartierten Rotmilanhorste sowie die innerhalb der Kartierungsphase vorkommenden massiven Überflüge der Standorte.

Detailliert äußerte sich gestern Ostwind-Projektleiter Andreas Scharf, der das Vorhaben "Windpark Bachhaupten" betreute. Er bestätigte, dass sich die Firma aus naturschutzrechtlichen Gründen, sprich der Rotmilandichte, von dem Vorhaben zurückziehe, wobei man die Entwicklung für diese interessante Gegend weiter im Auge habe. "Unsere Messungen haben eine gute Windhöffigkeit ergeben", versicherte Scharf. "Wir berücksichtigen die Belange der Bevölkerung und haben deshalb unsere Planungen geändert und einen kleineren Windpark geplant", verneint der Projektleiter die Frage, ob der Widerstand der Bevölkerung zum Aus für das Vorhaben beigetragen habe. Wobei Scharf klar stellt, dass dies kein endgültiges Ende für diesen Standort bedeute, denn wenn auf den derzeit ausgewiesenen Vorrangflächen aufgrund von Großvögeln nichts gebaut werden könne, müssten sich Politik und Gesetzgeber etwas überlegen. "Wir sichern uns auch keine Grundstücke, sondern warten erst mal ab", ergänzte Scharf.

Ostrachs Bürgermeister Christoph Schulz wurde von der Absage vom Landratsamt Sigmaringen informiert, wie er gestern auf Anfrage des SÜDKURIER bestätigte. Schon vor geraumer Zeit habe Ostwind mitgeteilt, dass es wegen des Milans Probleme gebe. Der Rathauschef verweist auf den rechtsgültigen Teilnutzungsflächenplan "Windkraft", in dem die Kommune vier Flächen für die Windenergienutzung ausgewiesen hat. Aufgrund des Milanvorkommens war dabei auch die Fläche bei Kalkreute/Spöck soweit geschrumpft, dass nach dem Planungsverfahren in dem Gebiet nur noch ein Windrad gebaut werden könnte. "Wenn ich mir die Milanvorkommen anschaue, frage ich mich schon, wo in Oberschwaben überhaupt noch Windräder gebaut werden sollen", ergänzt Schulz.

„Wir Bürger haben die Gesetze zu beachten und einzuhalten. Der Windenergieerlass als Gesetz gibt aber auch vor, bei Windkraftplanung die Artenschutzprüfungen korrekt durchzuführen. Es ist traurig, dass im Waldwindpark Bachhaupten im ersten Kartierungsjahr kein Rotmilan beim Überflug über das Planungsgebiet beobachtet und kein Horst gefunden wurde", erklärte dazu Margret Bures, die mit anderen Anwohnern die Horste gesucht und mit Koordinaten gemeldet hatte. Und im zweiten Kartierungsjahr seien dann auch vom Gutachter Horste bestätigt und die regelmäßigen Überflüge der Rotmilane beobachtet worden.

Nach Bekanntwerden der Windparkpläne in der Region hatte sich ein heftiger Bürgerprotest formiert und bei einer Informationsveranstaltung im Januar 2015 platzte die Buchbühlhalle aus allen Nähten. Dabei stellten die Verantwortlichen der "Ostwindprojekt GmbH" ihre Pläne vor. Der Kritik, dass an den Standorten die Windhöffigkeit für einen wirtschaftlichen Betrieb der Anlagen nicht ausreiche, entgegneten die Projektverantwortlichen, dass man 20 Millionen Euro nicht investieren würde, wenn der Wind nicht kräftig genug blasen würde. Ursprünglich hatte die Firma den Bau von zehn Anlagen geplant, dann auf sieben reduziert und schließlich einen Bauantrag beim Landratsamt für vier Windräder abgegeben.

Ihre Meinung ist uns wichtig
Besonderes vom Bodensee
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Ostrach
Die besten Themen
Kommentare (1)
    Jetzt kommentieren
    Jetzt Newsletter anfordern:
    © SÜDKURIER GmbH 2017