In aller Öffentlichkeit hat sich Gemeinderat Markus Uhl (FW) in der jüngsten Sitzung provokativ gegen die katholische Kirche und somit gegen die Seelsorgeeinheit Ostrach gestellt. Es ging um die künftige Kleinkindbetreuung beziehungsweise um die Mitfinanzierung der Gemeinde an einem entsprechenden nötigen Anbau am kirchlichen Kindergarten St. Monika.
Uhl stellte den Antrag, nach dem er vorab in peinlicher Art seine Abneigung gegen die Kirche und alles was dazu gehört deutlich gemacht hatte, dass die Gemeinde in Eigenregie eine Kleinkindergruppe bauen und auch betreiben solle, ohne Kirche. Uhl verstieg sich dabei sogar so weit, mit Blick auf die Kirche von einer „Verbrecherorganisation“ zu sprechen, unter anderem auch, weil ihm die Verteilung der Kosten in Höhe von etwa 313 290 Euro mit 90 Prozent auf die Gemeinde und zehn Prozent auf den kirchlichen Kindergartenträger und anders mehr nicht passte. Die übrigen Ratsmitgliedern und die Vertreter der Verwaltung konnten angesichts dieses rüpelhaften Auftretens eines Gemeinderats nur noch entsetzt die Luft anhalten.
Die Abstimmung zum Antrag zeigte dann aber deutlich, was die Gemeinderatskollegen von diesem Auftritt hielten: Mit zwei Stimmen und einer Enthaltung ging der Antrag unter. Vorab hatte Hubert Frank, Ortsvorsteher aus Magenbuch, noch versucht, Uhl den Weg für eine Entschuldigung zu ebnen, nannte Uhls Aussagen dabei ein starkes Stück und stellte fest, dass noch nie in einer Gemeindratssitzung die Kirche so verunglimpflicht worden sei. Die Gemeinde sei immer gut mit der kirchlichen Zusammenarbeit gefahren. Eine Entschuldigung von Uhl gab es allerdings nicht. Er schwieg dazu beharrlich, obwohl auch Bürgermeister Christoph Schulz deutlich gemachte, dass der von Uhl gestellte Antrag, ein Affront gegen die gute Zusammenarbeit mit der örtlichen Seelsorgeeinheit bedeute.
Das Thema Kleinkindergruppe war schon im Januar einmal im Gemeinderat beraten worden. Allen wurde damals schon deutlich, dass die Nachfrage nach Kleinkinderbetreuung stetig in der Gemeinde Ostrach steigt. Einig waren die Ratsmitglieder in der Einschätzung, dass die Kinderbetreuung ein klares Kriterium für junge Familien und ihre Ansiedlung in einer Gemeinde und die Mitfinanzierung des geplanten Anbaus an den Kindergarten St. Monika deshalb sein müsse.

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