Mein
23.02.2011  |  0 Kommentare

Ostrach Auf altem Damm durchs Moor

Ostrach  -  Ostrach – Neben den Maßnahmen zur Wiedervernässung und der extensiven Beweidung ist die Umsetzung eines Besucherkonzepts ein wichtiger Bestandteil des Naturschutzgroßprojekts Pfrunger-Burgweiler Ried. Ziel des Besucherkonzepts ist es, ein attraktives Wegenetz im gesamten Projektgebiet anzubieten.

Die fleißigen Helfer des gemeinsamen Arbeitseinsatzes der Stiftung Naturschutz, des Naturschutzzentrums des Schwäbischen Heimatbunds in Wilhelmsdorf und des Schwäbischen Albvereins Wilhelmsdorf.  Bild: Bilder: wilhelm

Die Arbeit auf dem Bahndamm war mühsam. Nur mit Motorsägen konnten sich die Helfer ihren Weg bahnen.



Auf altem Damm durchs Moor

Menschen sollen nicht aus dem zukünftigen Naturschutzgebiet ausgeschlossen werden, sondern auch in Zukunft diese besonders reizvolle Moorlandschaft und das Projekt ohne Risiko für Mensch und Natur erleben können, heißt es in einer Mitteilung.

Das geplante Wanderwegenetz soll Rundwege unterschiedlicher Beschaffenheit im gesamten Ried umfassen. Es wird weitestgehend auf bereits bestehenden Wegen aufgebaut. Vom Bohlenpfad durchs nasse Moor bis hin zum geteerten Weg im landwirtschaftlich genutzten Ried wird das Wegenetz für verschiedene Ansprüche etwas bieten. In manchen Bereichen müssen Wege neu hergestellt werden, damit die Besucher das Moor und seine Tier- und Pflanzenwelt erleben können.

Ein besonders attraktiver Bereich ist der ehemalige Bahndamm im Torfstichgebiet, auf dem früher mit einer Schmalspur-Feldbahn der Torf aus dem Abbaugebiet Pfrungen-Ried zur Torffabrik in Ostrach zur weiteren Verarbeitung und Verladung auf die Eisenbahn transportiert wurde. Nachdem Torffabrik und Torfbahn 1928 stillgelegt und die Gleise abgebaut wurden, blieb der Bahndamm noch lange Zeit als offene Trasse erhalten. Der Schwäbische Heimatbund kaufte die Flächen, nachdem der Torfabbau dort vorübergehend endete. Nach und nach übernahm die Natur wieder das Ruder, und 1980 wurde das Naturschutzgebiet Pfrunger und Burgweiler Ried ausgewiesen.

Nun wird in Abstimmung mit den Naturschutzbehörden der alte Bahndamm wieder geöffnet und begehbar gemacht. Zu diesem Zweck führte die Stiftung Naturschutz, Trägerin des Naturschutzgroßprojekts, zusammen mit dem Naturschutzzentrum des Schwäbischen Heimatbunds in Wilhelmsdorf und mit dem Schwäbischen Albverein Wilhelmsdorf einen Arbeitseinsatz durch. Dabei wurde der ehemalige Bahndamm frei gesägt.

Ausgerüstet mit Motorsägen, Freischneidern und sonstigen Gerätschaften, rückten zwölf Helfer unter der Leitung von Projektleiter Bernd Reißmüller von der Stiftung Naturschutz und Gerd Müller, Vorsitzender des Schwäbischen Albvereins, der Wildnis zu Leibe. Der Zivildienstleistende des Naturschutzzentrums hatte vergangene Woche schon gemeinsam mit Patienten des Fachkrankenhauses Ringgenhof kräftig vorgearbeitet. Pünktlich zum abschließenden gemeinsamen Mittagessen in der Riedwirtschaft war der Durchbruch durchs Dickicht am nördlichen Ende des Bahndamms geschafft.

Zur besseren Begehbarkeit soll der Weg noch gemulcht, nicht aber in irgendeiner Form befestigt werden. Da der alte Bahndamm durch das Naturschutzgebiet führt, werden Besucher gebeten, nicht vom ausgewiesenen Weg abzuweichen, zumal sie sich dann nasse Füße holen würden.

Bisher fehlt noch die Beschilderung der Wanderwege und wilde Trampelpfade führen bisweilen in das nicht begehbare Moor. Deshalb empfiehlt die Stiftung Naturschutz ortsunkundigen Besuchern, auf den großen Wegen zu bleiben und sich im Naturschutzzentrum in Wilhelmsdorf zu informieren. Eine Wanderkarte für das Pfrunger-Burgweiler Ried ist in Arbeit, heißt es in der Mitteilung.

Auf altem Damm durchs Moor
Korrektur-Hinweis Korrektur-Hinweis melden Korrektur-Hinweis
zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
 Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln

Jetzt Newsletter anfordern:
© SÜDKURIER GmbH 2014