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Ostrach „Waldkindergarten in Ostrach startet im April“

Im SÜDKURIER-Interview blickt Bürgermeister Christoph Schulz auf ein ereignisreiches Jahr 2015 zurück, bei dem er im Sommer von den Wählern im Amt bestätigt wurde.

Bürgermeister Christoph Schulz blickt auf 2015 zurück und gibt im SÜDKURIER-Interview Einblicke, was im Jahr 2016 alles ansteht.

Ein wichtiges Ereignis 2015 waren die Bürgermeisterwahlen?!

Nach acht Jahren war es für mich auch eine persönliche Standortbestimmung und für den Bürger erstmals nach meiner Wahl die Möglichkeit, die Arbeit zu bewerten. Daher war es für mich sehr spannend, wie es ausgeht. Das Ergebnis habe ich am Wahlabend als „ehrlich“ bezeichnet und so sehe ich es nach wie vor. Aus Werten zwischen 55 und 100 Prozent in den Ortsteilen ziehe ich die Erkenntnis, dass es in einer Gemeinde in dieser Größe immer wieder kritische Themen gibt und das wird sicherlich in den nächsten acht Jahren so bleiben.

Was war für Sie Besonders im vergangenen Jahr?

Ein Höhepunkt war auf jeden Fall das Kreismusikfest, das vom Musikverein Ostrach organisiert wurde und bei dem sich die Gemeinde als hervorragender Gastgeber gezeigt hat. Ein weiteres besonders Ereignis war der Abschluss des Naturschutzgroßprojektes. Da ist die Gemeinde Mitglied in der Stiftung und der Bürgermeister Kraft Amtes Stiftungsrats-Vorsitzender. Damit haben wir unseren Beitrag dazu gut geleistet und sind als hervorragendes Beispiel des Bundes weiterempfohlen worden.

Ist alles geschafft?

Alles geschafft haben wir nicht. Wir hatten im letzten Jahr einen ambitionierten Haushaltsplan und bei manchen Projekten sind die Zuschüsse noch nicht eingegangen.

Bei größeren Straßensanierungsmaßnahmen, wie der Zehntscheuer in Burgweiler, waren umfangreiche Planungen und Abstimmungen mit den Beteiligten notwendig. Diese Projekte sind aber nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben.

Was steht nun alles an?

Wir wollen 2016 die hoffentlich weiterhin gute Finanzlage auch der Gemeinde Ostrach nutzen, um einerseits unsere Infrastruktur zu erhalten, aber auch, um unsere bereits sehr niedrige Pro-Kopf-Verschuldung im Haupt-Haushalt nach Möglichkeit weiter abzubauen. Große Straßensanierungsmaßnahmen sind die Zehntscheuer in Burgweiler, die Ostracher Straße in Jettkofen und die gesamte Ortsstraße in Laubbach.

Wo soll es im neuen Jahr hingehen?

2016 wollen wir das Wohngebiet Baumgarten II und das interkommunale Gewerbegebiet Königseggwald erschließen, um für bauwillige Firmen und Bürger ausreichend Flächen vorhalten zu können.

Was tut sich innerorts an Gewerbestandorten wie dem alten Edeka und dem Parkplatz an der Hauptstraße?

Der alte Edeka ist nach wie vor ein Makler dran, eine neue Nutzung zu finden. Aber Stand heute gibt es noch keine konkrete Abzeichnung für eine Nachnutzung.

Wie steht es ums Gewerbe und dem Einzelhandel?

Wir stellen einerseits fest, dass sich das Gewerbe in unserer Gemeinde hervorragend entwickelt.

Die Zunahme von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen ist im Vergleich zu anderen Kommunen überdurchschnittlich. Box-Tango will im Frühjahr mit dem Container-Terminal starten und ist inzwischen Eigentümer der Fläche. Beim Einzelhandel haben wir nach wie vor die kritische Situation der Gemeinde in dieser Größe.

Hervorragend aufgestellt sind wir in der Grundversorgung bei den Lebensmitteln. Als besonderes Schmankerl gibt es den stetig wachsenden Wochenmarkt und im Einzelhandel unsere Magneten, die mit ihrem Sortiment über das Gemeindegebiet hinaus strahlen. Für das Gewerbegebiet Königsegg sind noch Flächen in hervorragender Lage frei. Eine Neuansiedlung gibt es bereits, das ist ein Unternehmer von außerhalb.

Wie geht es nun mit „Ostrach 2030“ weiter?

Der erste Teil ist nun insofern erfolgreich abgeschlossen, dass wir Schwerpunktgemeinde mit unserer Bewerbung als eine von 17 Gemeinden geworden sind. Damit sind wir als interkommunale Gemeinde mit Riedhausen und Königseggwald in Baden-Württemberg die einzige. Nun wollen wir die Möglichkeiten, die dieses Projekt bietet, nutzen. Hier können auch Privatleute Zuschüsse bekommen für Sanierungen landwirtschaftlicher Bausubstanz, wie auch gewerbliche Investitionen.

Gibt es Neuigkeiten, wie es um den Milchviehpark in Hahnennest steht?

Hier stehen wir vor dem nächsten Verfahrensschritt. Es sind über 1000 Einwendungen gekommen. Das Planungsbüro Großmann, was einen Bebauungsplan für die Gemeinde macht, ist dran, diese aufzuarbeiten.

Mittlerweile wurde der Petitionsausschuss des Landtags angerufen und die vier Ostracher Landwirtfamilien, die das gemeinsam betreiben wollen, sind optimistisch, 2016 mit dem Bau beginnen zu können.

Der Kindergarten St. Pankratius bekommt nun doch einen Anbau?

Es gibt einen Gemeinderatsbeschluss, dass der Kindergarten mittelfristig zwei-, nicht mehr drei-gruppig geführt wird. Inzwischen hat eine kirchliche Fachplanerin die Räumlichkeiten geprüft und der Kirche einen kleinen Anbau zur zeitgemäßen Unterbringung von zwei Gruppen empfohlen. Dem haben Kirche und Gemeinde zugestimmt.

Wird der Waldkindergarten im Frühjahr starten?

Der Verein hat uns mitgeteilt, dass sie im April 2016 starten wollen. Sie wollen sich einen speziell kindgerecht ausgestatteten Waldanhänger kaufen und auf einer gemeindeeigenen Wiese hinter dem Buchbühl-Denkmal am Rand des Kernorts aufstellen.

Gab es, wie von einem Gemeinderat angeregt, nochmals eine Nachverhandlung bezüglich des Eigentumserwerbs am Pfarrheim?

Die Kirche will Anfang 2016 mit den Sanierungsarbeiten beginnen und hat zugesagt, dass wir das Pfarrheim weiter nutzen können, aber die gemeinsame Sanierung ist vom Tisch. Um eine Alternative werden wir uns umschauen. Das steht auf der mittelfristigen Aufgabenplanung, aber noch nicht in 2016.

Welche Vorsätze haben Sie für das neue Jahr?

Weniger Gummibärchen zu essen und weniger Kaffee zu trinken. Für unsere Gemeinde wünsche ich, dass die gute Entwicklung wie in den letzten Jahren so weitergeht, dass wir unsere Flüchtlinge weiter gut bei uns unterbringen und es für die Menschen in der Welt weniger Gründe zur Flucht gibt.

Auf was freuen Sie sich 2016?

Ich freue mich auf das 60-jährige OHA-Treffen. Erstmals wird meine Bürgermeister-Kollegin aus Etrechy da sein, womit ich die Gelegenheit habe, ihr unsere Gemeinde zu zeigen.

 

 

Zur Person

Christoph Schulz, dreifacher Familienvater, wurde im Juli 2015 mit 84 Prozent der Stimmen als Bürgermeister von Ostrach im Amt bestätigt. Als Hobby pflegt der studierte Verwaltungswirt das Angeln.

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