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Neuhausen ob Eck Wilder Genre-Mix: Das war der zweite Festival-Tag

23.06.2012
Neuhausen ob Eck -  Der Southside-Samstag überraschte mit einigen unerwarteten Höhepunkten. SÜDKURIER Online ließ sich an Green, Blue, Red und White Stage von den verschiedensten Stilrichtungen und Bands verzaubern - und fand seinen ganz persönlichen Headliner des Abends.

 Bild: Ann-Kathrin Blaser und Melanie Völk

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+++Das Fazit vom Samstag+++

Auch der zweite Tag des Southsides 2012 brachte mit rockigen Akkorden, Hip-Hop-Beats und Elektro-Klängen die Festival-Fans in Wallung. Wir haben an allen Bühnen zu verschiedenen Zeiten reingehört und erlebten echt hörenswerte Überraschungen. Zwischen 15.30 und 16 Uhr gab es eine wahre Flut davon.

Auf der White Stage sorgten die Schweizer "We Invented Paris" für eine Wahnsinns-Stimmung, Sänger Flavian und seine Bandkollegen sprangen selbst wild auf der Bühne und tanzten sich mit den Zelt-Besuchern in einen Rausch. Mal trommelten drei Jungs gleichzeitig auf die Drums, mal verzaubern sie zweistimmig melodisch - die Menge ging bei allem voll mit. Wenig später brachte Selah Sue auf der Blue Stage eine Stilflut über die Massen. Hip-Hop, Funk und Soul webte die zierliche Belgierin in ihren Songs ineinander.

Nicht kompliziert, sondern ganz einfach zünftiger Rock 'n' Roll legte "Royal Republic" auf der Green Stage hin. Mit klaren Akkorden und der Reibeisen-Stimme von Sänger Adam Grahn fanden die Festival-Besucher schnell den Zugang und rockten mit, auch wer die Band heute zum ersten Mal gehört hatte. Rave-Rap dröhnte aus dem Zelt der Red Stage, als das südafrikanische Trio "Die Antwoord" ihren Auftritt startete. Grellorangene Trainingsanzüge, schräg grinsende Masken und die schwarzen Alien-Kontaktlinsen von Yolandi Visser waren ein echter Hingucker, ihre Mickey Mouse ähnliche Stimme klang erstmal ungewöhnlich, ging aber mitsamt Beat direkt ins Ohr.

Voll blieb das Zelt auch bei dem folgenden Act. Die Chemnitzer Jungs von Kraftklub heizten der Menge ordentlich ein. Die Band wird derzeit unglaublich gehyped, total zu Recht, denn bei den Deutschrockern ist Abtanzen und Mitgehen unumgänglich.

Die vulgären, zeitweise schlicht abstoßenden Texte und der provokative Auftritt der Hip-Hopper K.I.Z. schreckten beim Southside-Samstag kaum jemanden, vor der Blue Stage gröhlten die Jungs und Mädels im Publikum begeistert mit.

Überraschend war, dass sich nicht der Headliner The Cure, sondern die Mädelsband Katzenjammer aus Norwegen einen Platz in den Herzen der Fans erspielten. Nicht falsch verstehen, The Cure spielte ihre gewohnt einmalige Mischung aus Gothic, Wave, Rock, nur schienen sie nicht die Masse mit ihrer Musik zu durchdringen. Auf der Blue Stage sah das bei Katzenjammer ganz anders aus, denn die Festival-Fans ließen sich mit Herzen und Körper auf die Musik der vier Power-Frauen ein. Die Multi-Instrumentalistinnen mischten Folk aus den verschiedensten Ländern miteinander. Mal französisch, griechisch, schwedisch, verschwammen die internationalen Klänge zu einer Harmonie, die die Füße wie automatisch über den Asphalt hüpfen ließen. Marianne Sveen teilte die Menge, sang vor und die Fans wurden Teil des Songs. SÜDKURIER Online hat die Vier von Katzenjammer zu seinen persönlichen Headliner-Heldinnen des Abends erkoren.

Morgen geht das Southside-Festival 2012 in die letzte Runde. Welche Höhepunkte dann anstehen, ob bei den Fans die Wehmut oder die Freude auf das heimische, kuschelige Bett überwiegt, berichtet SÜDKURIER Online live aus Neuhausen ob Eck.



+++20.30 Uhr+++

Die Indie-Pop-Band The Shins wurde an der Blue Stage schon sehnlichst erwartet. Viele Fans sind gekommen, um sich die melodischen Songs der Band im traumhaften Sonnenuntergang anzuhören. So schön kann ein Southside-Tag zu Ende gehen, auch wenn noch lange nicht Schluss ist. Noch stehen The Cure und New Order in den Startlöchern. Aber für den Moment genießen wir The Shins.

+++19 Uhr+++

Hip Hop auf der Blue Stage - die Berliner Jungs von K.I.Z. stürmen im Milität-Look mit CO2-Löschern die Bühne. Hinter ihnen hängt ein Bild der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die über einen Stacheldraht schaut. Die Menge stört's nicht. Der wüste Hip Hop kommt gut an. Viele können mitsingen, der Zuschauerraum ist gerammelt voll.


+++18.50 Uhr+++

Damit andere feiern können, müssen im Hintergrund viele arbeiten. Wir haben Thorsten Ernst, Vorstand vom Regionalverband Baden, zum Interview getroffen:




+++18.15 Uhr+++

Kraftklub heizt gerade auf der Red Stage wortwörtlich den Fans ein. Das Zelt gleicht einer Sauna, die Leute tanzen und schwitzen dicht an dicht. Die Stimmung ist grandios, allerdings mussten die Securities zu Beginn einige Fans aus den ersten Reihen ziehen und an die Sanitäter übergeben. Die Hitze setzt allen ziemlich zu. Auch vor dem Zelt ist kaum ein Durchkommen, wer nicht reinkam, schaut sich das Konzert auf der Großleinwand an.


+++17.45 Uhr+++

Nach einer sehr kurzen Nacht haben wir die Southside-Camper heute zu etwas Frühsport animiert und Vitamine verteilt. Die fittesten Fans gibt es jetzt im Video zu sehen:




+++16 Uhr+++

Wir haben noch einen kurzen Abstecher zu The Antwoord, der südafrikanischen Hip Hop-Combo, die gerade auf der Red Stage spielt, gemacht. Mal davon abgesehen, dass Rapperin Yolandi Visser eher wie Mickey Mouse klingt, können die Südafrikaner mit ihrem Rave-Rap das Publikum überzeugen. Tanzbar ist die Musik allemal, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Durch diesen Auftritt auf dem Southside dürfte The Antwoord nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben.

+++15 Uhr+++

Neue Bildergalerien sind hochgeladen, ein Video ist in der Mache - wir wollen mal wieder raus aus dem Pressezelt und uns ins Getümmel stürzen! Auf der Green Stage tritt die Band "Bombay Bicycle Club" auf, um 15.35 Uhr startet Selah Sue auf der Blue Stage. Mal sehen, was die beiden Musikergruppen zu bieten haben!

+++14.10 Uhr+++

"This is not the end of Fridaynight, I don't wanna wake up", singt Frederick Macpherson, der Sänger der Londoner Band Spector, ins Mikrofon und spricht einigen seiner Fans aus der Seele. Für die ersten Konzerte am heutigen Samstag, wie "We are Augustine" und "Switchfood", "The Inspector Cluzo" und eben "Spector" haben sich bereits eininge Festival-Gänger aufgerafft und tanzen zu rockigen Akkorden. Switchfood dirigiert sogar eine "Hinsetzen-Mitsingen-Aufspringen"-Aktion, die Leute sind begeistert.

+++12 bis 13 Uhr+++

Fotos am Morgen? "Oah nee, ich seh noch total verschlafen aus", stöhnt eine Zeltbewohnerin. Trotz der frühen Stunde, es ist immerhin um die Mittagszeit, ist auf den Campingplätzen wieder einiges los. Wir sahen eine fahrbare Badewanne, neon-bunte Achtziger-Jahre-Tänzer, eine Hippie-Komune mit Gartenzwerg und wir durften auf der Feier zum 16. Geburtstag von Nina aus Biberach teilnehmen. Ein guter Start in den neuen Festivaltag!

+++Samstagvormittag+++

Am heutigen Southside-Samstag ist auf jeden Fall für alle was dabei, die Stilpalette reicht von Hip-Hop (K.I.Z., Blue Stage, 18.30 Uhr) zu New-Wave (New Order, Blue Stage, 0.30 Uhr). Nicht zu verwechseln sind die Ausrichtungen zweier Bands, der der Dresdner Jungs von Kraftklub (Red Stage, 17.30 Uhr) und der Londoner The XX (Green Stage, 20.45 Uhr). "Indie-Rap-Rock" und "Indie-Pop-Rock" können da einen deutlichen Unterschied machen, die Fans rocken werden aber mit Sicherheit beide Bands.

Seit Jahrzehnten ziehen die Briten The Cure (Green Stage, 22.30 Uhr) und New Order die Massen vor die Bühnen. Headliner des Abends The Cure haben nach mehr als 30 Jahren Bandgeschichte erst 2011 mit ihrem Album "4:13 Dream" bewiesen, dass sie selbst nach 13 veröffentlichten LPs nicht müde sind. Diese Band in eine Genre-Schublade zu stecken ist nahezu unmöglich, aus Punk, Rock, Wave und Gothic ziehen sie ihre Einflüsse, was ihren Sound in der Musikwelt einzigartig macht. New Order gründeten sich 1980 aus der Band Joy Division neu. Die fünf Engländer spielen parallel zur US Folkband Beirut (Red Stage, 0.30 Uhr) als Late-Night-Special und bringen ihr Publikum mit elektronischer Tanz-Musik in Bewegung.

Doch zu einem Festival gehört nicht nur die Musik, sondern auch das Leben und Feiern zwischen den Zelten und auf dem Rollfeld. SÜDKURIER Online berichtet wieder live und wird im Zeltwald des Campingplatzes nachfragen, wie die Festival-Besucher die erste Nacht überstanden haben. Immer ein Auge hat das Team natürlich nach den verrücktesten, einfallsreichsten, sexysten und fröhlichsten Fans beim Southside 2012 offen.

Das Wetter verspricht auch am heutigen Samstag wieder traumhaft zu werden, die Party kann weitergehen, fantastische Bands werden heute die Bühnen rocken - was will das Festival-Herz mehr?


SÜDKURIER Online berichtet das ganze Wochenende über vom Festival - mit Texten, Videos und vielen, vielen Bildern! Alles zum Festival gibt es auf www.suedkurier.de/southside.
Weitere Bildergalerien

Neuhausen ob Eck
Sexy Fans am Samstag
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Mehrere zehntausend Musik-Fans kommen jährlich zum Southside. Das Festival, das seit 2000 in Neuhausen ob Eck bei Tuttlingen stattfindet, hat sich zu einer der größten Open-Air-Veranstaltungen in Deutschland entwickelt.
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