Neuhausen ob Eck Southside: Hochzeit im Schlamm
Ein verrücktes Brautpaar: Anika und Peter (Mitte) mit ihren Gästen beim Southsinde-Festival in Neuhausen ob Eck. Bild: Bild: Seifried
Unter allen Festival-Fans waren sie wohl die ungewöhnlichsten Gäste: Die Hochzeitsgesellschaft von Anika und Peter aus Ulm. „Wir haben am Mittwoch auf dem Standesamt geheiratet und seitdem wird gefeiert“, sagt die Braut, die sich getraut hat. Und zwar mit einem weißen Kleid in den glitschig-wabbeligen Southside-Schlamm. Das Bemerkenswerte: Auch an Tag drei, am Sonntag, strahlen sie und ihr weißes Kleid um die Wette. Trotz Regenwetters. Auf die Frage, wie sie so sauber geblieben ist, antwortet sie: „Ich hab' halt aufgepasst.“ Ihr Gatte im beigen Anzug hat dagegen schon seine Flecken abbekommen. „Ich habe nicht aufgepasst“, gibt er zu. Seine Erklärung für eine Matsch-Hochzeit: „Ich wollte, dass die besten Bands für uns spielen. Und die sind nun mal nur hier bezahlbar.“
Ein bisschen luxuriöser als die anderen Festival-Besucher hatte es die Hochzeitsgesellschaft allerdings schon. Anika und Peter haben die Unterkünfte für sich und ihre 28 Gäste bei „mein-zelt-steht-schon.de“ gebucht. Auch auf den Brautstrauß mussten die Junggesellen nicht verzichten. „Ich habe eine Bierdose geworfen“, sagt Anika. Der glückliche Fänger muss nun auch nicht als nächstes heiraten, sondern lediglich das Bier trinken. Eine leichte Aufgabe im Vergleich dazu, die Liebe auf dem Southside zu treffen. Hätte es die Möglichkeit gegeben, hätte Peter allerdings seiner Liebsten das Ja-Wort mit Musik und im Matsch vor einem Standesbeamten auf dem Festival gegeben.
Im Forum auf der Southside-Homepage hatte seine Suche keinen Erfolg. Dort bekam er lediglich Tipps für die Reise als frisch vermählter Ehemann: Er solle mit dem Alkohol aufpassen.
Eine erste kleine Verstimmung auf Seiten der Braut gab es trotzdem. Ohne, dass Anika es bemerkt hatte, hatte Peter sich ein Heftchen zum Thema Lust und Liebe in seinen Anzug gesteckt. Anika entdeckte es und warf es dann doch erheitert in den Schlamm. Das muss Liebe sein.
