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Neuhausen ob Eck So schön klingt Volksmusik

04.09.2012
Neuhausen ob Eck -  16. Volksmusiktag Baden-Württemberg im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck unter dem Motto „So klingt's im Ländle“ bietet Volksmusik in allen Facetten

Beim Anfängerkurs lernten die Besucher in einer knappen Stunde zwei Volkslieder auf der Mundharmonika spielen.  Bild: Häusler

Die „Stäffelesgeiger“ spielten überlieferte alte Musik aus dem Ländle und luden zum Tanz ein.

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Handgemachte Volksmusik ertönte am Sonntag beim Volksmusiktag Baden-Württemberg unter dem Motto „So klingt's im Ländle“ im Freilichtmuseum Neuhausen ob Eck. Etwa 30 Volksmusikgruppen, Tanzbodenmusiken und Stubenmusiken aus dem Ländle und angrenzenden Regionen spielten den ganzen Tag in Häusern, Scheunen und auf Plätzen. Trotz des Nieselwetters kamen knapp 4000 Besucher. Viele Lieder weckten ein Schmunzeln, wie „Unsere alte Magd tratscht z'viel. So sind halt d' Wieber!“ der Brigachtaler Biergartenmusig. „Acapolka Rehragout“ fragte: „Ja, was gibt's denn heut auf' d Nacht? – selbstverständlich Rehragout!“ Überlieferte Musik aus dem Ländle hatten die „Stäffelesgeiger“ aus dem Stuttgarter Raum mitgebracht und forderten zum Tanz auf dem Danzboden vor der Schule auf.

Zur Einstimmung auf den Volksmusiktag gab das Mundharmonika-Orchester ein kleines Konzert. Unter Anleitung des Musikpädagogen Ralf Brendle aus Jettingen lernten die Teilnehmer in einer knappen Stunde, zwei Volkslieder auf der Mundharmonika zu spielen. Brendle war vom enormen Andrang der Besucher auf alle drei Anfängerkurse in Zusammenarbeit mit dem Klavierhaus Herrmann und der Musikstadt Trossingen überwältigt. Hannelore Knittel aus Villingen-Schwenningen strahlte: „Es hat mir richtig gut gefallen. Ich habe als Kind Mundharmonika gespielt und dann nie mehr.“ Um 16 Uhr trafen sich die Kursteilnehmer zum Abschlusskonzert für alle Museumsbesucher und wurden vom Mundharmonika-Orchester unterstützt.

Lautenmacher, Mundharmonikabauer, Geigen- und Hackbrettbauer zeigten ihre Künste. Lautenmacher Ekkehard Sachs aus Spaichingen meinte: „Die Kunst ist, einen guten Klang zu schaffen. Der Rest ist Handwerk.“ Felicia, Valeria und Finn waren mit ihren Großeltern gekommen. „Oma, das ist interessant“ urteilte der sechsjährige Finn aus Lottstetten, als er dem Mundharmonikabauer Günther Bayer über die Schulter schaute. Für die Kinder gab es eine Kinder-Singstunde und einen Kinder-Danzkurs und sie konnten mit den Museumsmitarbeiterinnen einfache Instrumente wie „Schnurrer“ und Rasseln basteln.

„Da wo's Platz hat, kann mer tanze“, forderte der Tanzlehrer beim Danzkurs in der Stallscheune auf. Die Tanzwilligen lernten unter anderem Rheinländer, Mazurka und Siebenschritt. Vor dem Haus Mennwangen versammelten sich zeitweise bis zu 60 Besucher, um in die Volkslieder des Radolfzeller Mundharmonika-Orchesters einzustimmen.

Am Vorabend waren beim „Danzbodaglüha“ Tanzfläche und Sitzplätze in der Museumsgaststätte „Ochsen“ und dem „Schafstall“ dicht gefüllt. Die „Kirnstoaner“ aus Tirol, „Hoamstanzer“ aus Südtirol, „Stäffelesgeiger“ aus dem Stuttgarter Raum und „DanzMäg“ aus Stuttgart luden mit mitreißender Musik zum Ländler, Schottisch, Rheinländer, Walzer, Polka, Zwiefache und Galopp ein.

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