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Neuhausen ob Eck Bürgermeister Osswald will „mehr auf Stimmungen hören“

28.09.2012
Neuhausen ob Eck -  Hans-Jürgen Osswald ist am Sonntag als Bürgermeister von Neuhausen ob Eck bestätigt worden. 38 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, 77,44 Prozent wählten Osswald. Der Bürgermeister spricht über sein Wahlergebnis.

Der Neuhausener Bürgermeister Hans-Jürgen Osswald hat sich auch für seine zweite Amtszeit viel vorgenommen.  Bild: Steinmüller

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Hans-Jürgen Osswald ist am Sonntag als Bürgermeister von Neuhausen ob Eck bestätigt worden. 38 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab, 77,44 Prozent wählten Osswald. Der Bürgermeister spricht über sein Wahlergebnis.

Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?

Mehr als drei Viertel aller Wähler wollen, dass ich meine Arbeit fortsetze. Die niedrige Wahlbeteiligung bei Bürgermeisterwahlen ist leider ein landes-, wenn nicht gar bundesweites Problem, gegen das wir hier vor Ort kaum etwas unternehmen können. Anders sieht es beim Wahlergebnis für mich aus. Ich hatte mir als Endresultat ein Ergebnis von 85 Prozent plus X vorgestellt. Das habe ich in Schwandorf knapp und in Neuhausen voll erreicht. Leider nicht in Worndorf.

Diese knapp unter 50 Prozent bedeuten, dass jeder zweite Worndorfer Wähler Sie nicht gewählt hat.

Schlimmer, wenn dies das Ergebnis für die Gesamtgemeinde gewesen wäre, wäre ich nicht wieder gewählt worden. Mir hätten genau zwei Stimmen gefehlt, um das notwendige Mindestquorum von 50 Prozent der abgegebenen Stimmen plus einer Stimme zu erreichen.“

Haben Sie eine Erklärung für das schlechte Abschneiden in Worndorf?

Diese Frage müssten Sie eigentlich den Wählern in Worndorf stellen. Ich kann mir als Hauptkritikpunkt an meiner Arbeit nur das Thema Lärmschutzwand im Zuge der B 311 denken. Die Bürger, die nahe dieser Straße wohnen, die den Ortsteil durchschneidet, fordern zu Recht effektive Lärmschutzmaßnahmen.

Und warum bekommen sie die nicht?

Für die Bundesstraße ist der Bund zuständig, und der möchte bundesweit keinen Beispielfall schaffen. Wenn die Worndorfer eine Lärmschutzwand bekämen, müsste der Bund in Dutzenden von Gemeinden zwischen Kiel und Konstanz auch Lärmschutzwände bauen. Wir haben die Bundestagsabgeordneten eingeschaltet, alles vergeblich. Die Gemeinde kann nichts für die fehlenden Lärmschutzwände.

Gibt es aus Ihrer Sicht kommunalpolitische Defizite, die, auf die Gesamtgemeinde bezogen, das Wahlergebnis erklären können?

Die Gemeinde Neuhausen hat Rücklagen von zwei Millionen Euro. Das ist deutlich mehr Geld als die Summe unserer Schulden. Wir sind deswegen praktisch schuldenfrei. Wir haben in allen drei Ortsteilen eine hervorragende Infrastruktur, beispielsweise vier Kindergärten und eine Kinderkrippe. Dieses Angebot hält die Gemeinde sogar im mit 650 Einwohner kleinsten Ortsteil Worndorf vor.

Warum gingen die Leute dann nicht zur Wahl?

Ich erlebte es zwei Wochen vor der Wahl bei einem Seniorennachmittag in Worndorf. Es herrschte eine prima Stimmung. Aber die Leute dachten alle schon, ich sei angesichts des fehlenden Gegenkandidaten bereits gewählt. Viele Leute, die eigentlich für mich sind, sind wohl aus dem gleichen Grund gar nicht erst zur Wahl gegangen.

Ihre Schlussfolgerung für die kommenden acht Jahre?

Weitermachen wie bisher, allerdings aufmerksamer auf die Stimmungen in der Bürgerschaft hören, als ich das bisher tat.

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