Hans-Jürgen Osswald wird auch in den kommenden acht Jahren die Geschicke der Gemeinde Neuhausen lenken. Der seit acht Jahren amtierende Bürgermeister war gestern der einzige Kandidat bei der Bürgermeisterwahl. Bei einer Wahlbeteiligung von 38,39 Prozent entschieden sich 77,44 Prozent der Wähler für Hans-Jürgen Osswald. Die Bekanntgabe des Wahlergebnisses verzögerte sich bis kurz nach 19 Uhr, weil die Wähler rege von ihrer Möglichkeit Gebrauch gemacht hatten, Namen anderer wählbarer Personen auf die Stimmzettel zu schreiben. Bürgermeisterstellvertreter Volker Reichle sagte bei der Bekanntgabe des Ergebnisses: „Wir mussten 73 Namen auswerten, auf die insgesamt 240 Stimmen entfielen.“ Die meisten dieser Splitterstimmen (65) entfielen auf Reiner Müller. Mit 52 Stimmen kam Stefan Kohli auf den zweiten Platz, gefolgt von Volker Reichle mit zehn Stimmen. Das schlechteste Wahlergebnis erhielt Hans-Jürgen Osswald in Worndorf, wo 49,54 Prozent der Wähler für ihn stimmten. In den drei anderen Wahlbezirken liegt sein Stimmenanteil zwischen 82,88 und 85,78 Prozent.
Vor dem Rathaus warteten Musiker, Bürger und die Bürgermeister der Nachbargemeinden, um Hans-Jürgen Osswald zum Wahlsieg zu beglückwünschen. Die geringe Wahlbeteiligung war für die meisten keine Überraschung. Bereits im Vorfeld waren Stimmen laut geworden, die von einem Wahlverzicht gesprochen hatten, „weil bei einem Kandidaten sowieso klar“ sei, dass der Amtsinhaber gewinne.
In einer ersten Stellungnahme dankte Hans-Jürgen Osswald seinen Wählern für das Vertrauen. „Das Wahlergebnis mit Potenzial nach oben wird für meine kommunalpolitische Arbeit in den kommenden acht Jahren Ansporn sein, um auch die Wähler zu überzeugen, die mich jetzt nicht gewählt haben.“ Osswald dankte auch seiner Frau und den beiden Töchtern. Die Familie sei für ihn ein „ruhiger Hafen“, in dem er Rückhalt finde. Damit spielte der Kommunalpolitiker offensichtlich auch auf die Vorkommnisse um den Kauf des Gasthauses „Krone“ in Schwandorf an (der SÜDKURIER berichtete). Die vom Landratsamt zurückgewiesene Fachaufsichtsbeschwerde einer Neuhauser Firma, die möglicherweise mit dem Kauf des Gasthauses und der Hells-Angels-Szene zu tun gehabt haben könnte, hatte für Aufmerksamkeit gesorgt.
