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Meßkirch Zwischen Demut und Vehemenz

24.11.2009


Der Conradin-Kreutzer-Chor Meßkirch bot in der vollen Martinskirche das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart unter der Leitung von Regina Berner. Ihn begleiteten die Solisten Helen Willis (Sopran), Anna Shiryaeva (Alt), Alvaro Zambrano (Tenor), und Jochen Schmid (Bass) sowie das Sinfonieorchester Stuttgart. Unter den Ehrengästen saß neben Landrat Dirk Gaerte und Bürgermeister Arne Zwick auch die Präsidentin des Bodensee-Hegau-Sängerbundes, Barbara Contius-Lorsbach.

Als der Kreutzer-Chor zum Auftakt des Konzerts das „Ave verum corpus“ von Wolfgang Amadeus Mozart anstimmte, kehrte sogleich festlich andächtige Stimmung in die Kirche ein, in der die Besucher sowohl im unteren Kirchenraum als auch auf der Empore Schulter an Schulter saßen.

Das „Ave verum corpus“ komponierte Mozart kurz vor dem Requiem. Es entstand fast nebenbei und zählt heute zu den Kostbarkeiten der Kirchenmusik. Nachdem der Chor mit den Streichern den Abend feierlich eröffnet hatte, folgte die Holberg-Suite von Edvard Grieg, welche die Streicher des Sinfonieorchesters Stuttgart darboten.

Um Holberg zu huldigen, der ein Zeitgenosse Johann Sebastian Bachs und Georg Friedrich Händels war, wählte der Romantiker Grieg die alte Suitenform und verzichtete größtenteils auf seinen persönlichen Kompositionsstil. Die Suite beginnt mit dem kraftvollen „Praelude“. Danach ging es ruhig und würdig mit der „Air“ weiter, in der die Celli sowie der Bass einen tieftraurigen Grundton anklingen ließen. Fröhlich und ausdrucksstark wirkte das „Rigeaudon“, in dem die gezupften Saiten der Geigen an heiteres Hüpfen erinnerten.

Für das Requiem platzierten sich die Solisten vor dem Chor, während die Bläser und die Pauke das Orchester ergänzten. Obwohl das Requiem eine große Bekanntheit genießt, stellt eine Aufführung stets ein besonderes Erlebnis dar. Die gute Akustik, das Erhabene der Kirche sowie das feierliche Gemeinschaftserlebnis trugen dazu bei, die geistige Tiefe stärker wahrzunehmen. Das Requiem führt durch die emotionalen und geistlichen Phasen der Trauer (Lacrimosa), der mächtigen Vorbereitung auf das Jüngste Gericht (Dies irae), der Anbetung Gottes (Sanctus) sowie der Hoffnung auf Gerechtigkeit, Frieden und Auferstehung.

Der Kreutzer-Chor brachte die verschiedenen Themen akzentuiert zum Ausdruck. Die Anrufung „Rex“ sang er zugleich demütig und mit der Vehemenz, welche die Wichtigkeit des Flehens unterstrich. Das um Gnade bittende „salva me“ erfolgte hingegen sanft und zart. Wenn die Sängerinnen und Sänger ihre Stimmen zu einem mächtigen Aufwallen erhoben hatten, schien man in der folgenden Stille der Pause die akustische Wolke zu verspüren, die über dem Chorraum hing. Die Solisten ergänzten den Chorgesang. Beim „Tuba mirum“, in dem die Posaune den Jüngsten Tag ankündigt, eröffneten die Posaunen des Orchesters den Satz, innerhalb welchem alle Solisten zum Einsatz kamen. Eine Stimme ging harmonisch in die andere über, vom Bass in die höheren Tonlagen bis zum Sopran, um am Ende zusammenzufinden.

Das Publikum spendete dem Chor, dem Orchester, den Solisten sowie der enormen Leistung der Dirigentin Regina Berner mächtigen Applaus. Respekt drückte dieses Klatschen aus – Respekt vor dieser Leistung.

Isabell Michelberger

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