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Meßkirch Zunft stellt Flüchtlingen die Fasnet vor

Im Multikulti-Café der Meßkircher Flüchtlingshilfe im Paul-Gerhardt-Saal ging es am Dienstagabend närrisch zu. Die Meßkircher Katzenzunft hatte den Asylbewerbern das Brauchtum an der Fasnet etwas näher gebracht, so dass die Flüchtlinge nicht unvorbereitet in die närrische Hochzeit der fünften Jahreszeit gehen. Und der Narrensamen der Zunft hatte dazu auch gleich sein Häs mitgebracht.

Am Schmotzigen werden die Flüchtlingskinder in den Kindergärten und den Schulen von den Narren befreit werden, stellt Sanja Mühlhauser, Sozialarbeiterin in der Meßkircher Gemeinschaftsunterkunft, fest. Die Flüchtlinge kämen aus einer komplett anderen Kultur und daher sei die närrische Lehrstunde in Sachen Fasnet im Multikulti-Café nötig und sehr gut. Gabriele Bernhardt, die für die Koordination der Ehrenamtlichenarbeit in den Gemeinschaftsunterkünften des Dekanats Sigmaringen-Meßkirch zuständig ist, fügt an: „Das Ziel ist es, die Menschen teilhaben zu lassen.“

Café ein wichtiger Ort

Überhaupt: Das Café. Dort habe sich in den vergangenen Wochen schon einiges entwickelt. Als am ersten Weihnachtsfeiertag in der Gemeinschaftsunterkunft die Wehen bei einer Frau einsetzten habe eine Ehrenamtliche die Schwangere geholt und ins Krankenhaus gefahren, freut es die Caritas-Mitarbeiterinnen. Jetzt helfe die Ehrenamtlich mit, wenn es darum geht, Termine beim Kinderarzt wahrzunehmen und dann hole sie die Kinder auch schon mal zum Schlittenfahren ab. Die Begleitung von Flüchtlingen könne sich so zu einer Art Patenschaft entwickeln, sagt Bernhardt. Und dies werde das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Familienministeriums derzeit ja auch gezielt gefördert. „Es ist wichtig, möglichst viele Begegnungen zu schaffen, denn so lassen sich Vorurteile auflösen und deswegen ist das Café ein wichtiger Ort“, sagt Bernhardt. Seitens der Caritas wird dabei auch darauf hingewiesen, dass die Begleitung der Flüchtlinge durch Ehrenamtlicher auch ein wichtiger Punkt deshalb sei, da die Sozialarbeiterin in der Gemeinschaftsunterkunft an ihre Grenzen stoße, wenn es darum geht, die Flüchtlinge außerhalb des Hauses, beispielsweise bei Arztbesuchen, zu begleiten.

Im Ehrenamt brauche es viele helfende Hände, stellt sie fest. Andererseits seien die Ehrenamtliche aber auch wichtig, insofern sie ihr Bild von den Flüchtlingen in die Gesellschaft hineintragen und so einen Beitrag dazu leisten, falsche Vorstellungen von diesen Menschen zu korrigieren.

In Meßkirch sei die Arbeit der Flüchtlingshilfe sehr gut angelaufen und so ein Fundament geschaffen worden, auf das nun auch mit Unterstützung der örtlichen Vereine aufgebaut werden könne. Was die Arbeit der Helferkreise in ihrem Zuständigkeitsbereich insgesamt betrifft, werde es 2016 auch darum gehen, voneinander zu lernen und die Vernetzung untereinander auszubauen, kündigt Bernhardt an. So soll es beispielsweise eine Reihe von Schulungen zu Fragen wie dem rechtlichen Ablauf des Asylverfahrens, dem Umgang mit traumatisierten Menschen, den Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt, Sprachpatenschaften oder auch zum Thema „interkulturellen Kompetenz“ geben.

 

Fasnetskostüme für Flüchtlinge gesucht

Mehr zum Thema Fasnacht und Flüchtlinge:
Caritas-Sozialarbeiterin Sanja Mühlhauser möchte die Flüchtlingskinder mit Verkleidungen für die Fasnet versorgen und bittet um Spenden. Sie kann unter Telefon 0 75 75/9 26 30 95 kontaktiert werden.

 

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