Meßkirch Zuhörer machen sich Bild von Kandidaten

Bei einer Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl in Meßkirch haben Kandidaten der einzelnen Listen Position zu aktuellen Themen bezogen. 80 Interessierte folgten der Debatte im Herz-Jesu-Heim.

Der Begriff Transparenz ist am Dienstagabend im kleinen Saal des Herz-Jesu-Heims in Meßkirch ziemlich oft gefallen. Zur kommunalpolitischen Podiumsdiskussion hatte die Kolpingsfamilie eingeladen. Die Veranstaltung wurde von Gregor Moser, Leiter der SÜDKURIER-Redaktion Meßkirch, mitmoderiert. Rund 80 Interessierte waren der Einladung gefolgt. Schwerpunktthemen des Abends waren unter anderem die Klosterstadt und der geplante interkommunale Industriepark. Auf dem Podium saßen je ein amtierender Gemeinderat der drei Fraktionen und Parteien (Freie Wähler, CDU und SPD) sowie je ein bislang noch mandatsloser Kandidat.
 

Gerade in Bezug auf die Klosterstadt unterstrichen die Teilnehmer aller Fraktionen die Bedeutung von Transparenz. Joachim Bach (Freie Wähler) kündigte an, dass die Struktur des Trägervereins bereits in den nächsten Wochen reformiert und damit durchsichtiger gestaltet werde. Der Vereinssitz soll von Aachen nach Meßkirch verlegt werden und in Zukunft sollen auch Vertreter der Stadt Meßkirch dem Verein angehören.

Die ursprüngliche Frage von Gregor Moser galt dem Problem der Subvention des Klosterstadtprojekts durch die Stadt. Sowohl Rüdiger Hillenbrand (SPD) als auch Jürgen Alber (CDU) und Joachim Bach bestätigten die fraktionsübergreifende Gemeinsamkeit in der Campus-Galli-Frage. Joachim Bach meinte allerdings, die Stadt und die Öffentlichkeit sollten für einen Plan B vorbereitet sein. Darunter versteht Bach das Engagement eines möglichen Investors für das Projekt. Allerdings wünscht Bach dem Klosterstadtprojekt in diesem Jahr 50 000 Besucher.

Etwas positiver bewertete Sozialdemokrat Hillenbrand den Stand des Projekts: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Hillenbrand geht davon aus, dass nach einer drei- bis vierjährigen Anlaufphase die Klosterstadt wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen werde. Er begründete seinen Optimismus unter anderem damit, dass im April bereits 500 Exemplare der Klosterstadtchronik verkauft worden seien. Für Jürgen Alber (CDU) ist die Klosterstadt eine „große Chance“. Scharf wandte er sich dagegen, nach der ersten Saison an den Stammtischen das Projekt bereits totzureden.

 

Die kritischsten Stimmen zu dem bundesweit beachteten Vorhaben kamen von Freie-Wähler-Kandidatin Patrica Hutla und von Gemeinderat und FW-Kandidat Thomas Nuding. Hutla sprach sich für „maximale Transparenz“ aus. Ihrer Meinung nach haben Teile der Fachwelt das Projekt bereits aufgegeben. „Die Bürger haben ein Recht auf Transparenz“, sagte sie. Mit Blick auf die Frage, ob zu viele Themen – darunter auch die Klosterstadt – nichtöffentlich im Gemeinderat beraten werden sagte Bach, dass dies bei Personalfragen nicht anders möglich sei und die Räte teils auch einen geschützten Raum bräuchten, um zu diskutieren. Anders sahen dies Alber und Hillenbrand. Alber stellte fest, das bei einer Ratsmehrheit Tagesordnungspunkte im nichtöffentlichen Teil auch vertagt werden könnten. Hillenbrand forderte interessierte Bürger in dem Zusammenhang auf, ihre Fragen im öffentlichen Teil an die Verwaltung zu stellen.

Übereinstimmung bestand in der Bewertung von Gewerbeflächen. Joachim Bach geht davon aus, dass der interkommunale Industriepark 2015 eröffnet werden könnte. Für Verzögerungen sorge derzeit bei den Grundstücksverhandlungen die Bereitstellung geeigneter Ausgleichsflächen. Die Schaffung weiterer Arbeitsplätze hat auch für CDU Priorität. Jürgen Alber meinte: „Arbeitsplätze sind ein Mittel, um bisherige Pendler an Meßkirch zu binden.“ Die SPD will ebenfalls alles daran setzen, Arbeitsplätze zu schaffen und die vorhandenen Stellen zu sichern.

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