Die Filiale der Volksbank in Rohrdorf schließt zum 30. September. „Wieder geht ein Stück Selbstständigkeit für unser Dorf verloren“, bedauert Ortsvorsteher Hubert Frick. Die Entscheidung der Volksbank Meßkirch könne mit Blick auf die Nähe Rohrdorfs zur Kernstadt und der dortigen Hauptgeschäftsstelle vor dem Hintergrund rückläufiger Kundenzahlen allerdings nachvollzogen werden, stellt er fest. Seitens des CDU-Ortsverbands sei indessen ein Antrag gestellt worden, den Geldautomaten im Ort zu halten, fährt er fort. Die Volksbank versuche da eine Lösung zu finden. „Wir hoffen auf eine Regelung“, sagt der Ortsvorsteher. Denn wenn auch viele Rohrdorfer ihre Bankgeschäfte in Meßkirch erledigten, müsse älteren Bürgern die Möglichkeit erhalten bleiben, vor Ort Geld abzuheben, sagt er.
Karl Springindschmitten, Vorstand der Volksbank Meßkirch, nennt die seit Jahren rückläufigen Kundenzahlen in der Rohrdorfer Filiale als ein Hauptgrund für die nun beschlossene Schließung. Grundsätzlich bestehe das Problem, dass viele Volksbankkunden nach Meßkirch kämen, wo sie ihre Einkäufe erledigten und dies mit einem Besuch im Bankhaus kombinierten. Seit einiger Zeit sei zudem die Sicherheitstechnik in der Rohrdorfer Filiale nicht mehr auf dem neuesten Stand. Eine Investition in das Gebäude sei aus wirtschaftlicher Sicht aber nicht mehr zu vertreten, nennt er einen weiteren Grund, der zur Schließung führte.
Der Geldautomat und der Kontoauszugsdrucker sollten vorerst bis Ende des Jahres in Rohrdorf erhalten bleiben. Wie es danach weitergeht, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Dies hänge auch davon ab, was mit dem Gebäude, das zum Verkauf ausgeschrieben werden soll, weiter passiert.
Derzeit sei die Rohrdorfer Geschäftsstelle mit eineinhalb Stellen besetzt. Geschäftsstellenleiter Georg Kille werde die Rohrdorfer Kunden auch in Zukunft weiter betreuen und bei Bedarf auch nach Rohrdorf kommen, kündigt Springindschmitten an. Zu einem Personalabbau werde es im Zuge der Schließung nicht kommen, betont der Vorstand.
Bei den übrigen elf Filialen der Volksbank Meßkirch gebe es keinerlei Überlegungen, weitere Schließungen vorzunehmen, fährt der Bankvorstand fort. Rohrdorf sei in einer Sondersituation, da es in dem Ort keine Geschäfte gibt und Rohrdorf sehr nah an Meßkirch liegt. In allen anderen Filialen gebe es stabile Nutzerzahlen. „Wir wollen in der Fläche bleiben“, sagt Springindschmitten.
Auf die Zukunft der ZG-Tankstelle in Rohrdorf angesprochen sagt Ortsvorsteher Frick, ihm sei von der Volksbank mitgeteilt worden, dass die ZG die Tankstelle in Rohrdorf aufgeben wolle. Frick bedauert, die Entwicklung und stellt fest, dass mit der Schließung des Warenlagers der ZG in Rohrdorf und dessen Verlegung nach Meßkirch ein erster Schritt hin zu einer Zentralisierung erfolgt sei, in deren Zug auch die jetzige Filialschließung zu sehen sei. Willi Schwarz, Niederlassungsleiter der Honeck-Waldschütz Energie GmbH, die die Rohrdorfer Tankstelle betreibt und eine 100-prozentige ZG-Tochterfirma ist, stellt indessen fest: „Wir haben nicht vor, die Tankstelle stillzulegen. “ Alle anderslautenden Gerüchte, auch mit Verweis auf die ZG-Tankstelle an der Meßkircher Bahnhofstraße seien falsch. Die Zukunft der Tankstelle hänge vom künftigen Hausbesitzer ab, stellt er fest. Seines Wissens seien bereits mehrere Interessenten da. Konrad Hipp, stellvertretender Niederlassungsleiter der ZG in Meßkirch, sagt, dass es seines Wissens einen Interessenten gibt, dem es „egal“ wäre, wenn die Tankstelle weiter in dem Gebäude verbleiben würde. Der Mietvertrag für die Tankstelle läuft noch bis in das Jahr 2013, bestätigt Schwarz. Ortsvorsteher Frick weist indessen auf die Bedeutung der Tankstelle für Rohrdorf hin; zumal dort die Landwirte aus dem Ort ihre landwirtschaftlichen Geräte zum Auftanken hinfahren. Neben der Tankstelle sei in dem Gebäude zudem noch eine Mosterei der ZG untergebracht und der rückwärtige Bereich werde regelmäßig dazu genutzt, die Saatfrucht zu putzen, stellt Frick fest.
