Mein
 

Meßkirch Tierschützer bereiten nach Drückjagd Strafanzeige vor

Die Tierschutzorganisation "Peta" kritisiert eine revierübergreifende Drückjagd und bereitet nun offenbar eine Strafanzeige vor. Das Sigmaringer Landratsamt bezeichnet die Aktion hingegen als "Pilotprojekt".

Nach einer revierübergreifenden Drückjagd zwischen Inzigkofen, Göggingen und Meßkirch am 7. Dezember, bei der 81 Wildschweine erlegt wurden, lässt die Tierschutzorganisation "Peta" eine Strafanzeige vorbereiten. "Bei einer Jagd mit 181 Jägern, 100 Treibern und 60 Hunden handelt es sich um einen abartigen Auswuchs der Jagd, der nicht weidgerecht sein kann", zitiert die Organisation ihren wissenschaftlicher Berater Edmund Haferbeck in einer Pressemitteilung.
 

Der Sigmaringer Kreisjägermeister Hans-Jürgen Klaiber spricht im Zusammenhang mit der Reaktion von Peta davon, dass hier Emotionen gegen fachlichen Sachverstand stünden. Die Schäden durch das Schwarzwild in dem Gebiet seien nicht mehr tolerierbar und: „Es versteht sich von selbst, dass alles nach den Regeln und Gesetzen des Jagdrechts erfolgt ist“, hält er fest. Klaiber setzt hinzu, dass mit dem großen Bestand an Wildschweinen auch die erhöhte Gefahr eines Ausbruchs der Schweinepest verbunden sei und verweist zudem auf das Unfallrisiko für Autofahrer. Die große Zahl an Tieren in dem Bereich, der bejagt wurde, erklärt er damit, dass das zusammenhängende Waldgebiet mit 2000 Hektar ein „ideales Biotop“ für das Schwarzwild sei.

Auf der Homepage des Landratsamts Sigmaringen heißt es, dass sich die Jäger der Hegeringe Sigmaringen und Meßkirch auf Initiative von Hubert Hopp als Vertreter des Bauernverbands und des Kreisjägermeisters zu der revierübergreifenden Drückjagd entschlossen hätten, umso den Wildschäden entgegen zu wirken. Seitens des Landratsamts wird die Drückjagd als „Pilotprojekt“ bezeichnet. Anfang Oktober habe es einen „Runden Tisch Schwarzwild“ mit Vertretern des Kreisjagdamts, der Landwirtschaft und mit den Jägern im Landratsamt Sigmaringen gegeben, bei dem die Problematik der Schwarzwildschäden sowie mögliche Lösungsansätze mit allen Beteiligten diskutiert und die Drückjagd besprochen wurde.

Die Federführung bei der Jagd habe bei den Verantwortlichen des Hegerings Sigmaringen in Person von Manfred Stroppel und bei Jürgen Abele von der Hofkammer des Hauses Württemberg gelegen. Zum Rechtlichen heißt es dort, dass die Anpassung von Wildbeständen an die Landeskultur ein gesetzlicher Auftrag sei und das Bundesjagdgesetz zu einer Hege verpflichte, die Wildschäden möglichst vermeide. Zu den Plänen der Tierschutzorganisation „Peta“ gibt das Landratsamt indessen auf Nachfrage keinen Kommentar.

Hubert Hopp hält indes dagegen, dass der Vorwurf der Tierschutzorganisation nicht haltbar sei. Er habe in den vergangenen 30 Jahren noch nie einen so großen Schaden durch das Schwarzwild gehabt wie seit dem vergangenen Winter. „Wildschweine sind sehr schwer zu bejagen. Da hat nur eine gemeinsame Drückjagd Erfolg“, sagt er.

Regionale Produkte von Bodensee, Schwarzwald und Hochrhein auf SÜDKURIER Inspirationen. Gleich Newsletter abonnieren und sparen!
Wahre See-Liebe – Neue SEEStücke auf SÜDKURIER Inspirationen!
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Meßkirch
Neuhausen ob Eck
Meßkirch
Meßkirch
Die besten Themen
Kommentare (2)
    Jetzt kommentieren