Meßkirch Sie durchleuchten die Finanzen der Klosterstadt

Der Wirtschaftsbeirat hat seine Arbeit aufgenommen. Wilhelm Stöcker und Arne Zwick über dessen Aufgaben

Der Projektstart der Mittelalterbaustelle mit all ihren organisatorischen Anforderungen könne man mit der Existenzgründung einer Firma vergleichen, erklären Wirtschaftsförderer Wilhelm Stöcker und Bürgermeister Arne Zwick, die zum sechsköpfigen Team des Wirtschaftsbeirats gehören. „Es fließen ja nicht geringe Mengen an öffentlichen Mitteln in das Projekt, insofern muss jederzeit Rechenschaft darüber abgelegt werden können, dass diese sinnvoll verwendet werden“, erläutert Zwick eine der wichtigsten Funktionen des Wirtschaftsbeirats, zu dessen Mitgliedern auch Unternehmer Lothar Bix, Manfred Sattler, Präsident der IHK Koblenz, Markus Herz, Vorstandsmitglied der Volksbank Meßkirch und Carsten Knaus, Vorstandsmitglied der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch, zählen.

Drei Mal tagte der Wirtschaftsbeirat bisher. Zunächst um sich zu konstituieren, dann um seine Aufgaben zu definieren und den Fahrplan für die finanzielle Zukunft des Projekts zu diskutieren. „Wir verstehen uns als eine Art Sparringspartner, der in die offene finanzielle Diskussion mit dem Vorstand der Karolingischen Klosterstadt geht“, vergleicht Wilhelm Stöcker den Auftrag der Mitglieder. Gemeinsam soll es gelingen, die Risiken zu sehen und zu bewerten, um sinnvolle Richtlinien zu setzen. Mit der Begleitung des strukturellen Geschehens um die Mittelalterbaustelle könnten darüber hinaus böse Überraschungen vermieden werden.



Der Wirtschaftsbeirat sieht sich in der Pflicht, alle Ausgaben transparent zu halten. Aus diesem Grunde schließt er die Arbeitsverträge mit den Vorstandsmitgliedern des Vereins „Karolingische Klosterstadt“, mit Bert Geurten und Verena Scondo, direkt ab. Dies soll von Anfang an vermeiden, dass ein Vorwurf aufkomme könne wie: „Die schustern sich Geld in die eigene Tasche.“ Die Verträge mit den Mitarbeitern wiederum schließen Bert Geurten und Verena Scondo mit den Betreffenden selbst ab.

„Wir haben den Anspruch, richtungsgebend zu wirken“, erläutert Zwick. Dabei sei es dem Beirat wichtig, eine Struktur zu entwickeln, die langfristig trägt, und nicht an Personen gebunden ist. Ungefähr jedes Vierteljahr will sich der Wirtschaftsbeirat mit Bert Geurten und Verena Scondo treffen, um das Zahlenwerk zu diskutieren und den Haushaltsplan zu besprechen.



„Spüren wir, dass etwas nicht optimal läuft, müssen die Pläne modifiziert beziehungsweise aktualisiert werden“, beschreibt Stöcker. Das werde bedeuten, dass Maßnahmen ergriffen würden, um das Projekt auf dem positiven Weg zu halten. „Erst einmal gilt die Prämisse: erst Geld haben, dann ausgeben“, beschreibt Zwick die Prioritäten. „Wir stehen ja auch unter Beobachtung. Und jeder möchte wissen, wie es läuft, vom Stadtrat bis zu den Bürgern“, fügt der Bürgermeister an. Sie empfinden sich sozusagen als eine Schicksalsgemeinschaft, die das Projekt stützt und ihr gesammeltes bürokratisches und finanzielles Wissen einbringen möchte.  „Man kann auch von Hilfe zur Selbsthilfe sprechen, da sich das Projekt zunehmend verselbstständigen soll", erklärt Stöcker.

Sollte es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Verein und dem Wirtschaftsbeirat kommen, tritt ein Schlichtungsgremium in Aktion, das nicht an bestimmte Personen gebunden ist, sondern an Funktionen. Hierzu gehören der Stiftsbibliothekar des Klosters St. Gallen, der Vorsitzende des Fördervereins Karolingische Klosterstadt sowie der Bürgermeister von Meßkirch.

Demnächst erhält der Wirtschaftsbeirat den Jahresabschluss 2012, in dem sich der Verein fast vollkommen aus Spenden finanzierte. Den wirklich spannenden Abgleich wird es Anfang September geben, wenn die Klosterbaustelle in Betrieb gegangen ist und ihre ersten Erfahrungen sammelte. Von diesen Zahlen wird es abhängen, wie sich die Planungen für 2014 gestalten.

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