Meßkirch Schulleiter nimmt Stellung zu abgehängten Kruzifixen
Meßkirch – In seiner Stellungnahme schreibt der Schulleiter: „Bisher war es Standpunkt des Regierungspräsidiums, dass in der Kruzifixfrage die Gremien nicht eingeschaltet werden müssen. Von der zuständigen Schulreferentin wurde mir letzten Freitag telefonisch bestätigt, dass dies angesichts der am Martin-Heidegger-Gymnasium gegebenen Situation weiter gilt.“
Stefan Meißner, der zuständige Pressereferent für Schule und Bildung im RP Tübingen, weicht jedoch von seiner in der vergangenen Woche getroffenen Aussage nicht ab. Darin hatte er dem SÜDKURIER mitgeteilt, es sei die Auffassung des Regierungspräsidiums, dass es sich bei der Frage, ob im Schulhaus Kreuze hängen sollten, zunächst um eine erzieherisch-pädagogische Fragestellung handelt, die in der Schulkonferenz diskutiert und von der Gesamtlehrerkonferenz entschieden werden müsse.
Schulleiter Müller weist in seinem Schreiben nun aber darauf hin, dass die Vorgehensweise der Schule in der Kruzifixfrage den Vorschriften entspreche und vom Regierungspräsidium mitgetragen werde. Auch hierbei verweist Meißner jedoch auf die unveränderte Haltung des Regierungspräsidiums, dass die Kruzifixfrage in der Schule diskutiert und neu entschieden werden muss.
Müller schreibt weiter, dass es an der Schule einen pädagogischen Grundkonsens gibt, „der von einer großen Mehrheit getragen wird“. Dass das Gymnasium im Regierungspräsidium hoch geachtet ist, sei der exzellenten Arbeit von Schulleitung, Lehrer, Schülern und Eltern zu verdanken. Tübingen sei informiert, dass es Wunsch der Schule ist, „die Kreuze wieder aufzuhängen, wenn die juristischen Voraussetzungen dafür vorliegen“. Die Schulleitung sei bereit, alle Fragen in den Gremien zu diskutieren. Was die Widersprüche gegen die Kruzifixe betrifft betone er ausdrücklich die Toleranz der andersgläubigen Schüler gegen die christlichen Symbole. „Ich bitte über die Möglichkeit nachzudenken, dass getaufte Christen ihrer Kirche den Rücken kehren“, schreibt er. Durch die bisherige Berichterstattung sei der Schule geschadet worden und er sei dadurch tief verletzt worden. Der SÜDKURIER hatte darüber berichtet, dass das Regierungspräsidium Tübingen Müller mitgeteilt hatte, dass er die Frage, ob Kruzifixe im Schulhaus hängen sollten oder nicht noch in diesem Schuljahr nach Anhörung der Schulkonferenz durch die Gesamtlehrerkonferenz entscheiden lassen muss. Müller hatte das Abhängen der Kruzifixe zunächst ohne Rücksprache veranlasst.
Die aktuelle Stellungnahme des Regierungspräsidiums, über die der SÜDKURIER vergangene Woche berichtet hatte, liege ihm noch nicht vor, schreibt Müller.
Stefan Meißner bleibt indes auch hier bei seiner Aussage, dass der Beschluss, die Kruzifix-Frage von der Gesamtlehrerkonferenz neu entscheiden zu lassen, der Meßkircher Schulleitung mitgeteilt worden sei. Nach einer internen Rücksprache im Regierungspräsidium teilt er mit, dass er sich bis auf weiteres nicht weiter zu dem Fall äußern werde. Zunächst wolle man nun „in aller Ruhe ein intensives Gespräch“ mit dem Schulleiter suchen.

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